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ShoppingFalsch verzollt – Kunde zahlt

Wer im Internet einkauft und sich die Ware aus dem Ausland liefern lässt, wird zoll- und mehrwertsteuerpflichtig. Doch weil die Berechnungen schwierig sind, passieren Fehler.

Für Fehler anderer zahlen müssen - ein seltsames Vorgehen.

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Wer Waren aus dem Ausland importiert, muss Zoll zahlen. Auch die Mehrwertsteuer ist geschuldet. Die Berechnungen sind nicht einfach, Fehler passieren schnell. Es lohnt sich also, die Zollpapiere zu überprüfen. Denn die sogenannte Veranlagungs­verfügung ist innert 60 Tagen anfechtbar.

Doch es gibt einen Haken: Selbst wenn nicht der Kunde, sondern der Zoll oder der Zolldeklarant, also Post oder Kurierdienst, den Fehler gemacht hat – etwa weil mit einer falschen Währung gerechnet wurde –, muss der Kunde für die Anfechtung eine Gebühr von 30 Franken zahlen. So steht es in der Verordnung. Beläuft sich der Fehlbetrag auf weniger als 30 Franken, bekommt man nichts zurück, sondern bezahlt die Differenz.

«Beschwerden mit einem geringen Streitwert lohnen sich deshalb in der Regel nicht», steht im entsprechenden Merkblatt. Ein seltsames Vorgehen, sagt Beat ­Niederhauser, Geschäftsführer des ­Preisüberwacher-Büros. «Das entspricht sicher nicht unserem gängigen Rechtsverständnis. Ein solcher Umgang mit Kunden käme in der Privatwirtschaft schlecht an.»

Veröffentlicht am 02. August 2016