Wer weiss, wie mans macht, kann auch nach einem finanziellen Kollaps weiterhin in Saus und Braus leben. Grosspleitiers und Wirtschaftsgrössen machen es vor.

Der Überschreibe-Trick: Mit der familieneigenen Erb-Gruppe hat Rolf Erb schätzungsweise zwei Milliarden Franken in den Sand gesetzt. Trotzdem residiert der ehemalige CEO weiterhin im thurgauischen Schloss Eugensberg. Die 30-Millionen-Residenz gehört jedoch nicht ihm, sondern wurde von Erb im Frühjahr 2003 an seine mittlerweile dreijährigen Zwillingssöhne überschrieben. Dabei sicherte sich der Vater jedoch ein lebenslanges Nutzungs- und Wohnrecht.

Der Vorsorge-Trick: Eine besondere Art der beruflichen Vorsorge hatte sich der Basler Finanzspekulant Dieter Behring ausgedacht: Als sich der Zusammenbruch seines Finanzsystems immer deutlicher abzeichnete, überwies Behring insgesamt 2,3 Millionen Franken an seine Anwälte. 1,8 Millionen waren explizit dafür vorgesehen, im Fall einer Verhaftung als Kaution zu dienen. Behring wurde in der Zwischenzeit tatsächlich gegen Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen, das Geld aber kam von einer anderen Seite: Die Bundesanwaltschaft hat die 1,8 Millionen Franken beschlagnahmt. Der erste Spaziergang des gestrauchelten Finanzgurus führte übrigens nach sechsmonatiger Untersuchungshaft laut «Sonntags-Blick» in eine Kunstgalerie und eine Schmuckboutique.

Das «Mir gehört es gar nicht»-Argument: Vor dem Bezirksgericht Meilen ist zurzeit ein Prozess um 75 gepfändete Kunstgegenstände aus dem Besitz von Hans W. Kopp hängig. Mit der Pfändung sollten Schulden in der Höhe von mehreren hunderttausend Franken bezahlt werden. Kopp behauptet nun allerdings, die Kunstgegenstände gehörten nicht ihm, sondern seiner Ehefrau, alt Bundesrätin Elisabeth Kopp – und seien somit zur Tilgung seiner Schulden gar nicht pfändbar. Das Urteil steht noch aus. Das Paar wohnt trotz hohen Schulden noch immer in seiner Villa in Zumikon.

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