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SolarstromEin «Buebetrickli» der Berner Kraftwerke

Für Solarstrom will die BKW künftig fast zwei Drittel weniger bezahlen.

Die Berner Kraftwerke propagieren alternative Energie – ­bezahlen jetzt aber viel weniger an die Solar­stromproduzenten.

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Rund 3000 Stromproduzenten liefern den Berner Kraftwerken (BKW Energie AG) ihren überschüssigen Solarstrom. Pro Kilowattstunde zahlte die BKW im Hochtarif bisher 11,5 Rappen, ab 2017 sind es nur noch 4. «Das ist fast zwei Drittel weniger, einfach so», ärgert sich Mar­grit Batschelet aus Walperswil BE. ­In­nerhalb weniger Tage gingen bei der Regulierungsbehörde Elcom zahlreiche Anfragen zur Preissenkung ein.

Die BKW begründet die tieferen Preise mit einem Elcom-Urteil: 2015 hatte die Langenthaler BKW-Tochter Onyx ihre Vergütungen stark gesenkt, worauf sich ein Betroffener wehrte. Die Elcom entschied damals, dass die Onyx mindestens so viel bezahlen müsse, wie sie auf dem freien Markt für sogenannten Graustrom bezahlen muss. Graustrom ist Billigstrom un­bekannter Herkunft.

Darauf stützt sich die BKW, die von Endkunden für grünen Strom 14 Rappen (reine Stromkosten) fordert. «Aufgrund dieses rechtskräftigen Grundsatzentscheids passen wir unsere bisherige Vergütung auf 4 Rappen pro ­Kilowattstunde an», schrieb sie Mitte Oktober an ihre Stromproduzenten.

Es besteht erhöhter Erklärungsbedarf

Die Elcom hat den Graustrompreis bei ihrem Entscheid jedoch nur als Referenz hinzugezogen. Sie geht von ­einem Mittelwert von 5,5 Rappen aus. Wenn ein Netzbetreiber mit klar tieferen Bezugskosten rechne, bestehe erhöhter Erklärungsbedarf. Ob die BKW, die nach eigenen Angaben keinen Graustrom kauft, wirklich nur 4 Rappen dafür bezahlen müsste, wird nur bei einer Beschwerde abgeklärt. Ein teures Unterfangen: «Das kann 10'000 Franken oder mehr kosten, da wir nach Aufwand verrechnen», so Nicole Zeller, Leiterin Rechtsdienst Elcom.

«Das ist ein Buebetrickli», sagt ­David Stickelberger von Swissolar, dem Verband für Sonnenenergie. «Zudem passt es nicht zum grünen Image, das sich die BKW gern gibt.»

Es geht auch anders: Die Luzerner Elektri­zitätswerke bleiben bei 14 Rappen. Aarau gibt die Einnahmen von rund 10 Rappen weiterhin gesamthaft an die Produzenten weiter. Und Amlikon-Bissegg im Thurgau bezahlt auch 2017 satte 25 Rappen.

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Veröffentlicht am 25. Oktober 2016

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4 Kommentare

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Peter Vogelsanger
BKW bleibt BKW. Grünes Mäntelchen hin oder her.

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Kleinverbraucher
...und ich als sparsamer Kleinverbraucher bekomme vom EWZ eine Rechnung über 8.- Verbrauch sowie 17.- Zuschlag für "Differenz zum Minimalbetrag", macht dann 25.- sindsiesoguet. So wird also das Stromsparen gefördert. Seither leuchten nächtens halt zwei Lampen in meinem Atelier, bezahlen muss ich es ja so oder so. :-/

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Felix W.
Ich verstehe nicht, dass die Politik nichts unternimmt und das einfach so hinnimmt. Wie soll man es Normalbürgern erklären, die in die Energiewende investieren wollen, wenn man sich von der BKW ausgenützt fühlt? In die gleiche Richtung geht doch die Leistungsmessung ab 10kWp bei Solaranlagen (Wert Wechselrichter). Dann kommt eine Leistungsmessung dazu: Da misst die BKW den bezogenen Strom jede 15 Min. im Monat. Wehe, es laufen 2 Föhne, ein Backofen, eine Waschmaschine gleichzeitig während 15 Min.. Dann wird es teuer. Locker fallen dann 80 Franken an wegen dieser Viertelstunde. Darauf weist niemand hin. Nicht von Tochterfirmen "E...", die Veranstaltungen halten. Mein Votum wurde dort lächerlich dargestellt.... tja, nun habe ich mir die Anlage bei anderswo gekauft. Ja. Ihre Schuld Hr. J.

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Monique Hug
Herr Haefely wie kommen Sie denn auf die Idee, dass die Regionalwerke Baden mehr als 9 Rappen bezahlen. Schö wärs! Im Jahr 2015 bekam ich für HP 7.75 Rp und für den NP nur 6.35 Rp Seit Januar 2016 bekomme ich 6Rappen bezw. 4.95 Rp. Ich bin überzogen, dass ich nächstens wieder ein Schreiben bekommen werde und die Regional Werke mir noch weniger bezahlen ab Januar 2017. Leider kann ich meinen Stromanbieter/Abnehmer nicht wählen. Monique Hug

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