Denise Fessler war hoch erfreut, als sie beim Grossverteiler einen «Mango-Passionsfrucht-Smoothie» entdeckte. Die Lebensmittelingenieurin hatte das Lifestyle-Getränk in den USA kennen und schätzen gelernt. Doch der Fertigdrink aus dem Kühlregal enttäuschte sie: «Das hatte nichts dem Original zu tun, wie ich es aus Amerika kannte.»

Reich an Vitaminen und Mineralstoffen


Smoothies bestehen aus cremig pürierten Früchten oder Gemüsen, die zusammen mit gestossenem Eis serviert werden. Je nach Belieben können gefrorenes Joghurt, Sojamilch oder Rahmglace hinzukommen. Das Getränk, dessen Name wie eine Aufforderung zum Kuscheln klingt, stammt aus den Fitnessclubs Kaliforniens. Inzwischen gibt es dort ganze Saftbar-Ketten wie «Smoothie King», die fast so verbreitet sind wie McDonald’s.

Für Denise Fessler sind Smoothies ein Glücksfall: «Sie löschen den Durst, sind fett- und kalorienarm und machen erst noch satt.» Im Gegensatz zu Fruchtsäften würden sie sämtliche Nahrungsfasern der frischen Früchte enthalten, ergänzt ETH-Professor Renato Amadò, der auf Lebensmittelchemie spezialisiert ist. Auch alle anderen gesundheitsrelevanten Stoffe blieben erhalten: Vitamine, Mineralstoffe und so genannte sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe. Sie können das Krebsrisiko senken und Herz-Kreislauf-Krankheiten vorbeugen.

Diese Wirkungen bilden einen der Hauptgründe für den Slogan «Five a Day», der den täglichen Konsum von fünf Portionen Früchte, Gemüse und Salat propagiert. «Mit Smoothies lässt sich diese Menge viel eher erreichen», ist Denise Fessler überzeugt, «denn selbst Früchte- und Gemüsemuffel können den Säften kaum widerstehen.»

Ganz einfach selbst zuzubereiten


Voraussetzung ist jedoch, dass das Getränk frisch zubereitet wird (siehe Artikel zum Thema «Smoothies: So gelingts garantiert»). Gerade Vitamine sind äusserst empfindlich und werden durch Licht, Luft und Lagerung grösstenteils zerstört. Auch sollten Smoothies möglichst wenig Zucker enthalten. Menschen, die ständig Süssgetränke zu sich nehmen, haben ein fast doppelt so hohes Risiko, übergewichtig zu werden, als solche, die viel Wasser oder ungezuckerten Kräutertee trinken.

Die Fertig-Smoothies aus dem Kühlregal haben leider einen Zuckeranteil, der ähnlich hoch ist wie bei einer Cola. Ausserdem enthalten sie meist nur Säfte statt zerkleinerter Früchte. Dies wiederum erfordert Verdickungsmittel, damit sie als «echte» Smoothies gelten. Auch die Preise von zwei und mehr Franken für 2,5 Deziliter sprechen dafür, den Mix aus Getränk und Mahlzeit selbst herzustellen.

Ebenfalls aus den USA stammt die Kaffeewelle, die auch die Schweiz erfasst hat: warm oder kalt, mit Schokolade oder Pfefferminzsirup angereichert, als Banana Nut oder Maple Coffee angeboten. Und auch hier zieht die Industrie mit. Laut Emmi-Marketingleiter Torsten Fankhänel dürfte sich der hauseigene «Caffè Latte»-Becher zum «Lifestyle-Produkt des Sommers 2004» entwickeln. Doch gleich wie bei den Fertig-Smoothies bewegt sich der Zuckergehalt auf Cola-Niveau. Weshalb es sich auch hier lohnt, das Kaltgetränk aus Magermilch und Espresso selbst herzustellen.

Aber Achtung: Koffein erhöht den Blutdruck und kann zu Verdauungsstörungen führen. Ausserdem fördert Kaffee die Ausscheidung von Flüssigkeit über die Nieren, was vor allem im schweisstreibenden Sommer unerwünscht ist. Zumal sich eine grosse Zahl von Menschen ohnehin schwer damit tut, genügend zu trinken. Mindestens anderthalb Liter sollten es sein, besser zwei bis drei. Denn wer zu wenig trinkt, ist unkonzentriert, müde und antriebslos.

Gerade im Sommer gibt es beim Trinken einiges zu beachten:

  • Meiden Sie eisgekühlte Getränke, wenn Sie überhitzt sind und lange draussen waren. Sie können zu Übelkeit oder sogar zu Kopfschmerzen führen.
  • Je weniger Sie essen, desto mehr sollten Sie trinken, da Sie so weniger Wasser aus der Nahrung gewinnen. Umgekehrt können wasserreiche Lebensmittel wie Melonen einen Teil der Getränke ersetzen.
  • Kleine, dafür häufig getrunkene Mengen tun dem Körper besser als ein Drink, der auf einmal heruntergestürzt wird.
  • Kalte Getränke fördern den Appetit. Achten Sie darauf, dass Sie danach nicht mehr essen, als Sie brauchen, denn im Sommer ist der Kalorienbedarf tiefer.
  • Konsumieren Sie gezuckerte Getränke nur ausnahmsweise. Und wenn, dann als Ersatz für andere Süssigkeiten.
  • Trinken Sie zu jeder Tasse Kaffee ein Glas Wasser.
  • Bereiten Sie sich täglich einen bis zwei Smoothies zu, vor allem wenn Sie der Hitze wegen nicht essen mögen.


Buchtipp


Von Marianne Botta Diener: «Kinderernährung gesund und praktisch» 2004, 208 Seiten, 32 Franken

Quelle: Archiv