Der touristische Boykott von Ländern mit Menschenrechtsverletzungen trifft den ärmsten Teil der Bevölkerung am härtesten. Trotzdem sollten Reisende die Realität vor Ort nicht ausblenden. Eine Einschätzung verschiedener Reiseziele durch Amnesty International.

Burma: Eine der weltweit schlimmsten Militärdiktaturen. Die gesamte Opposition ist in Haft. In der Armee soll es 70000 Kindersoldaten geben.

China: China hat die höchste Todesurteilrate der Welt: Im Jahr 2003 wurden 726 Urteile bekannt. Doch Kenner gehen von bis zu 10000 aus. Internetnutzer werden massiv eingeschüchtert und bestraft.

Indonesien: In der Bürgerkriegszone geschehen regelmässig Menschenrechtsverletzungen. Die Armee tötete kürzlich über hundert Rebellen. Die Inhaftierungen sind oft willkürlich, und es wird gefoltert.

Kuba: Eine Verhaftungswelle richtete sich 2003 gegen alle bekannten Dissidenten. Ausserdem wurden wieder Hinrichtungen eingeführt. Viele Intellektuelle sind in Haft.

Malaysia: Asylsuchende werden verfolgt und hart bestraft. Polizeiübergriffe sind keine Seltenheit. Häufiges Mittel: die Prügelstrafe. Noch immer gibt es die Todesstrafe.

Marokko: Nach den Bombenanschlägen von 2003 wurden zahllose Verdächtigte ohne Verfahren inhaftiert. In den Gefängnissen wird gefoltert. Die freie Meinungsäusserung ist nicht gewährleistet.

Mexiko: In Chihuahua, das DJ Bobo so unbeschwert besingt, wurden in den letzten Jahren Hunderte von Frauen entführt, sexuell missbraucht und getötet. Die Täter blieben unbehelligt. Ureinwohner werden vielerorts vertrieben.

Tunesien: Hier gibt es Hunderte von gewaltlosen politischen Gefangenen. Kämpfer für die Menschenrechte werden massiv eingeschüchtert. Die Gefangenen erhalten kaum gesundheitliche Versorgung.

USA: Präsident George W. Bush hob im Namen der Staatssicherheit zahlreiche Bürgerrechte auf. Der Schutz der Privatsphäre ist deutlich reduziert worden. Zudem gibt es in 38 von 50 Bundesstaaten noch immer die Todesstrafe.

Vietnam: In Vietnam wird die Todesstrafe wieder vermehrt ausgesprochen. Die Religionsfreiheit wird unterdrückt. Ethnische Minderheiten werden vertrieben. 2003 wurden hier 64 Hinrichtungen gemeldet.

Die Reisehinweise des EDA (www.eda.admin.ch) konzentrieren sich auf die Sicherheit der Touristen.

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