Wer eine Sonnencreme braucht, hat die Qual der Wahl: Bezeichnungen wie «UVA/UVB-Schutzbalance», «UVA- + UVB-Filtersystem» oder «Absorptionsspektrum 30» stiften totale Verwirrung. Und der Begriff «Sunblocker» ist sogar irreführend, weil er vorgaukelt, einen vollständigen Schutz vor UV-Strahlen zu bieten - was kein einziges Sonnenschutzmittel schafft. Zwar gibt es für die UVB-Strahlung einen weltweit gültigen Standard, der den Lichtschutzfaktor (LSF) misst. Bei der UVA-Strahlung hingegen sind die verschiedenen Richtmasse wie der Australische Standard oder die Deutsche Industrienorm nicht kompatibel.

Nun soll eine einheitliche, verständlichere Packungsbeschriftung etwas Licht in den Dschungel bringen. Die EU will die Lichtschutzfaktoren abschaffen und durch die fünf Kategorien «basic», «mittel», «hoch», «sehr hoch» und «ultrahoch» ersetzen. «Wir gehen davon aus, dass die Schweizer Hersteller diese Kennzeichnungen übernehmen werden», sagt Barbara Iseli, Kommunikationsbeauftragte der Krebsliga Schweiz.

Die neue Beschriftung braucht Zeit

Aber Achtung: Die neuen Kategorien beziehen sich wiederum nur auf den UVB-Schutz. Da auch die UVA-Strahlen das Hautkrebsrisiko erhöhen, wird in Zukunft gut bedient sein, wer eine Sonnencreme in der passenden Kategorie mit zusätzlichem UVA-Schutz wählt. «Die neue Kennzeichnung verhindert, dass sich die Hersteller weiterhin gegenseitig übertrumpfen und plötzlich Sonnenschutzmittel mit Faktor 80 oder 120 anbieten», so Iseli. «Diese bringen den Konsumentinnen und Konsumenten nämlich wenig Nutzen.»

Stehen bereits nächsten Sommer einheitlich beschriftete Sonnenschutzmittel in den Regalen der Schweizer Grossverteiler? Die Hersteller hegen Zweifel. Die Migros rechnet damit, dass die einheitliche Kennzeichnung frühestens Ende 2006 verabschiedet wird. «Wenn eine solche Empfehlung erfolgt, wird die Migros diese innerhalb der vorgegebenen Übergangsfristen umsetzen», sagt Sprecherin Monika Weibel. Coop-Sprecher Jörg Birnstiel geht davon aus, dass die Richtlinie eher 2008 als 2007 in der EU verbindlich sein wird. Und er fügt an: «Die Schweiz muss diese Richtlinie dann zuerst noch übernehmen.»

Bis es so weit ist, können sich Kunden an grafischen Rastern orientieren, die jeden Schutzfaktor einer Kategorie zuordnen. Diese sind etwa auf Nivea-Sonnencremes und Produkten der Coop-Eigenmarke Sherpa Tensing aufgedruckt.

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