Das Bild wird sie nie vergessen: Im Januar vor zwei Jahren brachte Annemarie Fäh ihren damals siebenjährigen Sohn Lars in die Schule. «Als ich wieder zu Hause die Tür öffnete, stand ich vor einer schwarzen Wand aus Rauch und Russ.» Wie sich später herausstellte, hatten ihre beiden neun- und zwölfjährigen Kinder im Keller ein ­Feuerzeug gefunden, bevor sie zur Schule gingen. Zum Glück befand sich niemand im Haus, als sich die Flammen ausbreiteten.

Durch den Brand verlor die Familie einen Grossteil ihrer Habe, nur Holzmöbel und Kleider konnten gerettet werden. Monate später weiss das Ehepaar nicht, wie es die Rechnungen für Reinigungs- und Instandstellungsarbeiten bezahlen soll. Wie sich herausstellt, war die Familie unterversichert. Zudem verliert Urs Fäh nach dem Brand seine Arbeitsstelle. Zwar findet er einen neuen Job, verdient aber deutlich weniger. Betreibungen und eine Lohn­pfändung wegen offener Steuern sind die Folge. «Ich wache nachts auf und überlege, wie wir all die Rechnungen bezahlen können», erzählt Annemarie Fäh. Deshalb sei sie manchmal ungeduldig mit den Kindern.

Dank einem Beitrag von SOS Beobachter konnten Schranktüren und Ablageflächen in den Kinderzimmern ersetzt werden, und die Kinder durften an einem Ferien­lager teilnehmen. Geholfen hat auch eine Budgetberatung. «Finanziell ist die Situa­tion noch immer angespannt», erzählt Annemarie Fäh. «Aber wir werden das schaffen.»