Hanspeter Arnold sah es kommen: «Plötzlich pressierte es nicht mehr so mit den Aufträgen – es waren einfach weniger.» Im Frühjahr 2002, gerade 59 geworden, verlor er seine Stelle in einem Maschinenbaubetrieb. Zwei Jahre später wurde er ausgesteuert. Ernste Chancen auf eine neue Stelle hatte er nie: «Alle wollten 25-Jährige mit 30 Jahren Erfahrung», sagt er – ohne Groll.

Ebenso wenig hat er resigniert. Er machte einen Kurs in Sterbebegleitung und baute die Sektion Solothurn der Vereinigung der Angehörigen von Schizophrenie-/Psychischkranken auf. Fünf Jahre hatte er mit einer Betroffenen zusammengelebt und in dieser Zeit zahlreiche Vorträge und Seminare zum Thema Schizophrenie besucht. «Zudem hat mich Dr. Bielinski, Chefarzt der Psychiatrischen Dienste Solothurn, stets motiviert», sagt er mit sichtbarem Stolz. Sein Wissen ist derart fundiert, dass man ihm ohne weiteres zutraut, selbst Vorträge halten zu können.

Jetzt absolviert Hanspeter Arnold eine Ausbildung zum Pflegehelfer. Sein Berater beim Sozialamt Grenchen unterstützte ihn sofort, als er anfragte – obwohl die Finanzierung nicht gesichert war. Inzwischen hat sich SOS Beobachter daran beteiligt. Arnold glaubt nach wie vor an die Zukunft: «Meine Bekannten finden immer: ‹Ach, was willst du, du bist zu alt.› Doch ich sage: ‹Und wenn schon, es kann nur besser kommen.›» Erste Erfahrungen im Spital sammelt er mit Nachtwachen bei Sterbenden und Schwerstkranken – ehrenamtlich. «Hauptsache, ich werde gebraucht.»

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