Es soll Kinder geben, die haben vor lauter Karatekursen, Geigenunterricht, Tennisclub und Yogastunden kaum noch Freizeit. So viel des Guten verursacht oft Stress. Weniger wäre oft mehr.

Ganz anders geht es Leon.

Der Sohn einer Aargauer Sozialhilfebezügerin möchte bloss wie seine Kameraden im Fussballverein mitkicken. Weil Sport verbindend wirkt und gesellschaftlich wichtig ist, werden solche Kosten in den meisten Gemeinden anstandslos übernommen. Doch die zuständige Sozialbehörde will, dass die Mutter die Mitgliederbeiträge mit ihrem monatlichen Grundbedarf von 1509 Franken berappt – sich und ihrem 14-jährigen Sohn also quasi vom Mund abspart. Vielleicht könnte man sie auf dem Rechtsweg zur Übernahme der Kosten zwingen. Doch ein solches Verfahren würde hohe Anwaltskosten verursachen und wäre vielleicht erst abgeschlossen, wenn Leon zu alt für die Junioren ist. Aus diesem Grund übernahm die Stiftung SOS Beobachter den Mitgliederbeitrag. Leon soll nicht unter Beamten leiden, die Armut lieber verwalten als bekämpfen.