Aline Meier* schrieb einen ­langen Brief an die Stiftung SOS Beobachter und fragte, ob man ihr während sechs Monaten alle drei Wochen die Maniküre bezahlen könne. Ihr Äusseres sei ihr sehr wichtig. Das Gesuch wurde abgelehnt, schliesslich unterstützt die Stiftung nur Menschen in Not. Und bei Maniküre gehts um Luxus – dachten wir.

Schwere Depression

Darauf schrieb Aline Meiers Psychiater. Seine Patientin ­leide seit Jahren an schweren Depressionen, Gicht und einer extremen Zwangsstörung: In psychotischen Schüben kratze sie sich das Gesicht blutig; sie verlasse dann vor Scham das Haus nicht mehr und verein­same dadurch zunehmend. Zufällig habe er heraus­gefunden, dass sie sich nicht kratze, wenn ihre Fingernägel schön gepflegt seien. «Maniküre hat im Fall von Aline ­Meier psychotherapeutische Wirkung und ermöglicht ihr, aus dem Haus zu gehen», schrieb der Arzt.

Doch Maniküre ist für seine Patientin, die von der AHV und einer schmalen Zusatzrente lebt, kaum finanzierbar. So half SOS Beobachter Aline Meier dann doch: Weil die ­Stiftung nicht nur unbüro­kratisch arbeitet, sondern auch unkonventionell helfen kann, sitzt sie nun nicht mehr den ganzen Tag allein in ihrer Wohnung.

Spendenmöglichkeiten

  • Postkonto 80-70-2
  • IBAN CH84 0900 0000 8000 0070 (Empfänger: Stiftung SOS Beobachter, 8021 Zürich)

Weitere Informationen über die Stiftung: www.sosbeobachter.ch