Jeder Freitag ist für eine Gruppe von Zürcher Oberländern mit knappem Budget wie ein Sonntag: Dann gibt es Essen und Getränke praktisch zum Nulltarif. Möglich machts das Projekt Lebensmittelabgabe des Sozialwerks Hope, das im Januar gestartet ist. «Wir wollten etwas Handfestes tun, das Menschen, die am Existenzminimum leben, unmittelbar hilft», erklärt Theres Wäspi. Die Präsidentin des gemeinnützigen Trägervereins leitet Hope zusammen mit ihrem Mann Werner.

Handfest geht so: Am Morgen schwärmen die Wäspis mit zwei Helfern zu sieben Grossverteilern, Dorfläden und Bäckereien in der Umgebung aus, um Lebensmittel abzuholen, deren Verkaufsdatum abgelaufen ist, die aber noch in gutem Zustand sind. Die Ware kommt in einen von SOS Beobachter mitfinanzierten Kühlanhänger. Am Mittag tischt man die Lebensmittel an einer zentralen Ausgabestelle in Tann bei Rüti auf, und Bedürftige können sich bedienen: Sozialhilfebezüger, Asylsuchende, Working Poor. Berechtigt ist nur, wer seine Einkommenssituation offengelegt hat. Zurzeit ist da eine feste Gruppe von rund 30 Personen.

Theres Wäspi versteht das Hilfsprojekt auch als Kritik an der Wegwerfgesellschaft. Ein Ausdruck davon ist, dass ein Drittel aller Lebensmittel im Abfall landet. «Bei uns jedoch bleibt gar nichts übrig», versichert sie, «da sind wir streng.»

Sozialwerk Hope

  • Sammelt Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden dürfen, und verteilt sie an Bedürftige.
  • SOS Beobachter hat 1900 Franken für den Kauf eines Kühlanhängers beigesteuert.
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