Sozialhilfeempfänger sollen Erholungsaufenthalte machen dürfen, wenn sie «nach Kräften erwerbstätig sind, Betreuungsaufgaben wahrnehmen oder vergleichbare Eigenleistungen erbringen». So wollen es die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (Skos). Doch die Sozialhilfebezügerin Heidi Zbinden*, die für die Invalidenversicherung zu wenig und für eine regelmässige Arbeit zu schwer krank ist, übernimmt weder Betreuungsaufgaben, noch erbringt sie gemäss dem Sozialamt irgendwelche Leistungen.

Täglich aufstehen, duschen, einkaufen und kochen sei eine Selbstverständlichkeit, argumentiert die Behörde. Doch für die chronisch depressive Zbinden ist der tägliche Kampf gegen den Eindruck der eigenen Gefühllosigkeit eine Höchstleistung – und nur mit Medikamenten zu schaffen.

Nur manchmal gelingt es Zbindens freiwilliger Betreuerin, sie für einen Ausflug zu motivieren. Um dies zu unterstützen, finanzierte die Stiftung SOS Beobachter fünf Tageskarten der SBB. Ab und zu ein Tapetenwechsel und eine Luftveränderung sollen Licht in Zbindens grauen Alltag bringen.

* Name geändert

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