Als gelernter Keramiker hat René Fuchs ein Flair fürs Bildhafte. So beschreibt er auch die Zielgruppe, auf die der Schaffhauser Verein Fürzüg ausgerichtet ist: Jugendliche, die in einer schwierigen Lebenslage stecken, nicht selten geprägt durch eine Schullaufbahn voller Misserfolge. In Fuchs’ Worten: «Sie fühlen sich wie ein würfelförmiger Bauklotz, von dem erwartet wird, dass er in ein rundes Loch passt. Entsprechend ecken sie an.»

Einen Ausweg aus dieser «Abwärtsspirale», wie er es nennt, sieht der Fürzüg-Geschäftsleiter in der gestalterischen Arbeit. Diese rege die Fantasie der Jungen an, lasse sie Selbstkompetenzen entwickeln, und daraus könne sich ein stabileres Selbstwertgefühl entwickeln. 

Konkret bietet Fürzüg Berufslehren in Keramikgestaltung an. Für den nächsten Ausbauschritt sind Ausbildungsplätze im mediengestalterischen Bereich geplant. Damit von diesen Lehrstellen auch Jugendliche profitieren können, die nicht von der IV oder sonst von der öffentlichen Hand unterstützt werden, äufnet Fürzüg über Spenden einen Ausbildungsfonds.

Das Projekt, für das SOS Beobachter Mittel für die Einrichtung der Werkstatt beigesteuert hat, steht noch in der Ausbauphase. Aber bald will René Fuchs alle vier Keramikplätze mit Stiften besetzt haben. Die Nachfrage ist gross: Bis Mitte Mai hatte er 52 Bewerbungen auf dem Tisch, drei Viertel passten ins Profil – lauter junge Menschen, die sonst kaum Chancen hätten, in der Arbeitswelt Fuss zu fassen.

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Fürzüg

  • Bietet Berufsausbildungen für Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen an. 
  • SOS Beobachter hat einen Beitrag von 14800 Franken überwiesen, mit dem unter anderem Drehscheiben für Keramikarbeiten beschafft wurden.