Einfach «Steve» solle man ihn nennen, sagt Steve. Auf Förmlichkeiten legt er, ganz Amerikaner, wenig Wert – nicht nur was seinen Nachnamen anbelangt, sondern auch in der Art und Weise, einen wohltätigen Akt zu begehen. Jedenfalls war der 62-Jährige für eine der ausgefallensten Spenden in der Geschichte von SOS Beobachter besorgt: Auf einer Ferienreise durch die Schweiz legte er jüngst am Zürcher Hauptbahnhof einen Zwischenstopp ein, um der Stiftung einen Halbkilobarren Gold im Wert von knapp 25'000 Franken zu übergeben.

In den siebziger Jahren hatte Steve den USA den Rücken gekehrt und war ohne einen Dollar in der Tasche und eher zufällig in der Schweiz gelandet. In Tourismusorten im Bündnerland und im Wallis fand er schnell Jobs und begann sich hier eine Existenz aufzubauen. Viel brauchte er nie zum Leben, und was vom Lohn übrig blieb, wurde sogleich zu Gold gemacht. «Dem Papiergeld habe ich noch nie getraut», sagt er. Der allererste Barren, den sich Steve vor rund 40 Jahren anschaffen konnte, geht nun als Spende an die Stiftung SOS Beobachter. «Etwas zurückgeben» möchte der Exil-Amerikaner. Er versteht das als Dank einerseits an die Stiftung, die ihm einst bei einer Krankengeschichte geholfen hat, andererseits generell ans Schweizer Volk, das sich ihm gegenüber stets aufgeschlossen und hilfsbereit gezeigt habe. «Mir selber geht es heute gut, aber es gibt genug Menschen, die schlechte Karten haben und auf Unterstützung angewiesen sind», sagt er.

Unbürokratische Hilfe

An SOS Beobachter gefällt dem unkonventionellen Spender besonders, dass jeder Franken ohne Abzug an die Menschen geht, die darauf angewiesen sind, «gezielt und unbürokratisch». Sagts und hastet in Freizeitlook und Wanderschuhen zurück zum Perron, um seine Ferienreise fortzusetzen – erleichtert um das Gewicht eines Goldbarrens.n

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SOS Beobachter

Informationen zur Stiftung sowie zur aktuellen Spendenaktion: www.sosbeobachter.ch