Sie gehen einer geregelten Arbeit nach, doch der Lohn reicht nur fürs Allernotwendigste – in der Schweiz leben rund 250'000 werktätige Arme. Das Paradoxe an ihrer Situation: Meistens verdienen diese Menschen «zu viel», um Anspruch auf staatliche Unterstützung zu haben. «Da stimmt doch etwas im Sozialstaat Schweiz nicht», lautete denn auch der Tenor in den Zuschriften, die der Beobachter auf seinen Spendenaufruf zugunsten der Working Poor erhielt.

Zahlreiche Leserinnen und Leser liessen es nicht bei verbaler Entrüstung bewenden: Sie spendeten rund 560'000 Franken zugunsten von werktätigen Armen. Davon wird jeder einzelne Franken ohne administrative Abzüge direkt den Bedürftigen in der Schweiz zugute kommen.

Geburtstagsfeier mit Sammeltopf
Einige Leserinnen und Leser haben uns ihre Motivation zur Spende etwas genauer geschildert. «Da mein sehr langes Leben sich abmeldet, spende ich Ihnen mein hart Erspartes», ist zum Beispiel in einer der Mitteilungen zu lesen.

Mehrere Leserinnen und Leser nutzten auch runde Geburtstage, Familienfeiern oder Vereinsanlässe dazu, im privaten Kreis eine kleine Sammlung für SOS Beobachter durchzuführen. «Das Leben hat mich verwöhnt und bisher von Krankheit oder Unfällen verschont», schreibt zum Beispiel ein 50-jähriger Jubilar aus Winterthur. «Auf meinen Wunsch hin brachten die Gäste meines Geburtstagsfestes anstelle eines Geschenks für mich selbst eine Spende für SOS Beobachter mit.»

Seinem Anliegen, damit Working-Poor-Familien Ferien zu ermöglichen, kommen wir gerne nach. Wie dankbar eine solche Unterstützung angenommen wird, ist etwa dem Brief einer jungen Bernerin zu entnehmen: «Dank Ihrer tollen Hilfe kann ich wieder lachen.»