4_99_sparstrategie.jpgWenn Sohn Kevin erwachsen ist, soll er studieren können frei von finanziellen Sorgen. Das wünschen sich Hanna und Peter Krämer. Viele Eltern machen sich solche Uberlegungen schon bei der Geburt ihrer Kinder. Schliesslich kostet ein Hochschulstudium heute schnell einmal eine sechsstellige Summe. Dafür reicht das Einkommen der Eltern vielfach nicht aus. Also ist zeitiges Sparen angesagt.

Die finanzielle Absicherung der Kinder ist ein Spagat zwischen Risikominderung und Rendite. Grundsätzlich gibt es drei Strategien: das Sparen mit einer Lebensversicherung, das kombinierte Sparen mit Anlagefonds und einer Lebensversicherung sowie das Fondssparen über die Bank.

Drei Sparmodelle

Die gemischte Lebensversicherung mit Jahresprämie ist die herkömmliche Sparform, um die finanzielle Zukunft der Kinder abzusichern. Sie bietet eine absolute Garantie für das Erreichen des Sparziels.

Selbst wenn die Eltern sterben oder erwerbsunfähig werden und die Prämien nicht weiterbezahlt werden können, wird der in der Police festgelegte Betrag zum vorgesehenen Termin ausbezahlt.

Die Prämien für gemischte Lebensversicherungen sind jedoch nicht zu unterschätzen. Wollen Kevins Eltern die Zukunft ihres Sohnes von Geburt an mit einer gemischten Lebensversicherung absichern, kostet sie das monatlich 300 Franken. Kevin erhält dann an seinem zwanzigsten Geburtstag garantiert 81000 Franken ausbezahlt. Hinzu kommen voraussichtlich weitere 17000 Franken an Uberschüssen (Beispiel Rentenanstalt). Diese sind aber nicht garantiert.

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Nicht alle Eltern können monatlich so viel Geld auf die hohe Kante legen besonders wenn sie mehrere Kinder haben. Anderseits lassen sich in zwei Jahrzehnten dank Zins und Zinseszins auch mit weniger Geld beträchtliche Summen ansparen. Bedingung ist freilich, früh genug mit dem Sparen zu beginnen.

Der Nachteil einer gemischten Lebensversicherung ist die Rendite: Mit etwa 3,4 Prozent auf dem Sparteil ist sie nicht gerade berauschend. Um die Geldentwertung bereinigt, bleibt davon meist nicht mehr viel übrig. Andere Sparformen mit ähnlichen Sicherheiten zum Beispiel Obligationen werfen derzeit aber auch keine höheren Renditen ab. Zudem unterliegen sie der Einkommenssteuer. Versicherungssparen hingegen ist in der Regel steuerbefreit.

Fondssparen boomt

Da das Börsenfieber das Renditebewusstsein der Sparer geweckt hat, kommt die gemischte Lebensversicherung aufgrund ihrer mageren Verzinsung zusehends aus der Mode. Lukrativere Anlagen sind gefragt.

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Die Lebensversicherer bieten deshalb ein Produkt an, das auf dem Fondssparen basiert: die fondsgebundene Police. Diese ist bei einer Mindestlaufzeit von zehn Jahren ebenfalls von der Einkommenssteuer befreit. Wie die traditionelle gemischte Versicherung ist auch die Fondspolice eine Kombination von Sparen und Risikoabdeckung. Stirbt beispielsweise Vater Krämer während der Versicherungsdauer, erhält seine Frau beziehungsweise Sohn Kevin mindestens die garantierte Versicherungssumme ausbezahlt. Falls Peter Krämer invalid wird, muss er nicht mehr für die Prämien aufkommen.

Bei der fondsgebundenen Police fehlt die Erlebensfallgarantie. Die Höhe des in zwanzig Jahren ausbezahlten Kapitals hängt allein vom Börsenwert der Fondsanlagen ab. Dafür sind die an den Wertschriftenbörsen erzielbaren Renditen um einiges höher als beim konventionellen Versicherungssparen. Voraussetzung ist allerdings ein langer Sparprozess von zehn und mehr Jahren.

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Wie eine Studie der Genfer Privatbank Pictet & Cie zeigt, liess sich in den letzten zwei Jahrzehnten mit einem Investment in erstklassige Schweizer Aktien eine Durchschnittsperformance von 13,4 Prozent erreichen. Doch Vorsicht: Die Studie beruht auf den Erfahrungen der Vergangenheit. Gleich hohe Renditen für die Zukunft zu erwarten wäre blauäugig auch wenn viele Versicherungsvertreter ihre Kunden vom Gegenteil überzeugen wollen.

Taktik für Vorsichtige

Das Verlustrisiko lässt sich mit einer entsprechenden Fondsauswahl begrenzen, etwa durch einen hohen Anteil von Obligationen. Das verringert dann aber wiederum die Gewinnchancen.

Denkbar ist auch eine Kombination von Sicherheit und Risiko. Ein Teil des jährlichen Sparbetrags könnte etwa in eine konventionelle Lebensversicherung, der Rest in eine Fondspolice mit Aktienfonds investiert werden. In diesem Fall sind aber die Mindestjahresprämien zu beachten, die für die meisten Fondspolicen gelten.

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Wichtig beim Kauf einer Fondspolice ist: Verlassen Sie sich keinesfalls nur auf den Rat eines Versicherungsberaters. Verschaffen Sie sich selbst eine Marktübersicht, und vergleichen Sie die Angebote. Zum Beispiel über den kostenlosen Internet-Service des Wirtschaftsmagazins Bilanz (www.bilanz.ch). Die einzelnen Gesellschaften rechnen nämlich mit unterschiedlich hohen Kosten für Risiko, Abschluss und Verwaltung. Das beeinflusst die Höhe des nach zwanzig Jahren vorliegenden Sparkapitals enorm.

Ein Beobachter-Test (Beobachter 17/98) zeigt dies deutlich auf: Bei monatlichen Zahlungen von 250 Franken während zwanzig Jahren und einer angenommenen Fondsrendite von sechs Prozent zahlte die kostengünstigste Gesellschaft bei Versicherungsende 105000 Franken aus. Beim schlechtesten Anbieter waren es nur 82000 Franken. Mit der Differenz von 23000 Franken könnte sich Kevin ein zusätzliches Studienjahr finanzieren!

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Strategie für Mutige

Fondssparen ist auch über die Bank möglich. Vorab die Grossbanken offerieren seit kurzem kostengünstige Fondssparpläne. Bei dieser Variante lässt sich jedoch das Todesfall- und Invaliditätsrisiko nicht absichern. Die Bankenlösung ist also vorab für Optimisten gedacht.

Ein weiterer Nachteil: Der Ertrag bei Anlagefonds unterliegt der Einkommenssteuer. Dieses Argument spielt aber bei Aktienfonds eine untergeordnete Rolle, weil hier die Performance grösstenteils aus Kursgewinnen stammt, die nicht besteuert werden.

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