Die älteste Hörhilfe ist die Hand hinter dem Ohr. Damit lässt sich ein Geräusch so verstärken, als ob jemand aus zwei und nicht aus zehn Metern Entfernung sprechen würde. In der Antike versuchte man mit Widderhörnern, den Schall einzufangen und durch ein kleines Loch verstärkt an das Ohr weiterzugeben. Im Jahr 1650 erfand ein Deutscher das Hörrohr. Älteren Bernern ist Madame de Meuron noch in Erinnerung, eine Dame, die bis 1980 durch Berns Gassen schritt und – das Hörrohr haltend – Dinge fragte wie: «Syt dier öpper oder nämet dier Lohn?»

Revolutionär war die Erfindung des elektrischen Stroms und des Telefons: Sprache konnte erstmals in Impulse umgewandelt und zeitgleich übertragen werden, was erste Hörgeräte ermöglichte. Doch die waren so gross und schwer, dass man sie nicht am Körper tragen konnte.

Noch in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts versteckte man Hörhilfen schamhaft im Bart, in der Haarspange, in der Handtasche oder zu Hause im Blumentopf. Ende der achtziger Jahre kamen erstmals rein digitale Geräte auf den Markt. Heute sind die Chips auf die Grösse eines Zündholzkopfes geschrumpft.

Die Hörcomputer können nicht nur verstärken, sondern sorgen dafür, dass laute Töne nicht als zu laut empfunden werden und das gesprochene Wort verständlicher ist. Weit fortgeschritten sind Versuche mit dem Cochlea-Implantat, einem künstlichen Ohr für Menschen, denen ein Hörgerät nicht oder nur wenig hilft.