«Mich entspannt nichts mehr, als friedlich in einer Wiese zu liegen und einen Joint mit Freunden zu rauchen», sagt der Metzgerlehrling Stefan Zimmermann. Andere illegale Drogen nimmt der 17-Jährige nicht. Alkohol findet er viel schlimmer als Hasch. Auf Partys sieht er oft, wie Gleichaltrige bis zum Umfallen trinken.

Zimmermann war als Kind hyperaktiv und hatte Schlafstörungen. Mit fünfzehn rauchte er seinen ersten Joint: «Ich konnte endlich wieder richtig schlafen – seitdem rauche ich regelmässig.» Er kifft hauptsächlich an Wochenenden, aber hin und wieder auch am Abend. «Tagsüber ist Kiffen für mich tabu. In der Metzgerei können Fehler böse enden.» Seinem Lehrmeister hat er von seinem Cannabiskonsum erzählt. Es ist ihm wichtig, keine Geheimnisse zu haben: «Dann passieren auch keine bösen Überraschungen.»

Den Umgang mit Cannabis musste er erst lernen. «Würde ich ständig kiffen, könnte ich meine Lehre vergessen.» Das frühe Aufstehen und die körperliche Arbeit beanspruchen ihn sehr. Doch die Verlockung, zum Joint zu greifen, ist gross. Zimmermanns Freundeskreis kifft auch, und da fällt es ihm nicht immer leicht, nein zu sagen. Er passt aber auf: «Ich kiffe nicht, wenn es mir schlecht geht oder wenn ich unter Druck stehe.» Dann raucht er eine «normale» Zigarette.

Quelle: Renate Wernli