Weihnachtsaktion 1999: Wieder voll im Leben (Beobachter 23/99)

«Da ist Ihnen aber ein riesiger Fehler unterlaufen. Diese Familie mit ihren Drillingen benötigt sicherlich keine Unterstützung durch Ihre Leser. Die Grosseltern besitzen mehrere Liegenschaften an bester Lage. Es befremdet mich sehr, dass Sie sich auf diese Weise ausnützen lassen insbesondere da ich auch schon ab und zu Ihre Weihnachtsaktion unterstützt habe.» Fritz W. (Name und Adresse der Redaktion bekannt)

Beobachter-Leser Fritz W. hat Recht und wir sind sehr dankbar für seinen Hinweis. Denn bei unserer Titelgeschichte zur diesjährigen Weihnachtsaktion von SOS Beobachter ist tatsächlich ein Fehler unterlaufen, der nicht passieren darf.

Der Beobachter porträtierte in seinem Artikel unter anderem eine Familie, die durch die Geburt von Drillingen in eine schwierige Situation geraten war. Nebst anderen Institutionen finanzierte auch SOS Beobachter einen Teil der Kosten für die Haushalthilfe. SOS Beobachter stützte sich dabei vor allem auf Abklärungen und Unterlagen der Pro Juventute.

Nun zeigt sich, dass diese Informationen nicht falsch, in einem wesentlichen Punkt aber unvollständig waren. Dies betrifft die Vermögensverhältnisse von Familienangehörigen. Bei allem Verständnis für die allgemein schwierige und belastende Situation, in die Eltern von Drillingen geraten: In Kenntnis aller Umstände hätte SOS Beobachter anders entscheiden müssen und gewiss auch anders entschieden.

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Wir entschuldigen uns in aller Form. Der Stiftungsrat von SOS Beobachter und die Beobachter-Chefredaktion haben umgehend Vorkehrungen getroffen, damit sich Ähnliches nicht wiederholt. Das Spendengeld muss auch bei neueren Formen von Armut ausschliesslich jenen zugute kommen, die es ganz dringend nötig haben.

Das sieht erfreulicherweise auch die von uns unterstützte Familie so: Sie hat sich bereit erklärt, den Hilfsbeitrag an SOS Beobachter zurückzuerstatten.