«Am 11. September habe ich stundenlang auf den Fernseher gestarrt. Diese vielen unschuldigen Toten: Ich konnte es nicht fassen, was an diesem Tag in den USA passiert war. Ich fühlte mich so traurig und weinte. Bereits am Abend fiel der Verdacht auf das Taliban-Regime in Afghanistan.

Woher dieser grenzenlose Hass kommt, begreife ich nicht. Seit den Anschlägen denke ich immer wieder an Manhattan. In den USA wurde ein Inder getötet – man hatte ihn für einen Muslim gehalten.

Ich glaube an Allah und ich bete. Doch warum sollte ich andere Menschen verletzen? So viele Religionen lehren etwas anderes, als die Leute daraus machen. Wir sind doch hier, um einander zu helfen.

Die USA haben immer wieder Waffen nach Afghanistan geliefert; von Terroristen wurden diese dann gegen die Besatzungsmacht der ehemaligen Sowjetunion eingesetzt. Ich habe nichts gegen die Amerikaner. Aber die Politik der USA verstehe ich nicht.

Wir sind 1997 aus Kabul geflohen. Wir haben Verwandte dort. Ich weiss nicht, wo sie nun sind. Vielleicht studiere ich in der Schweiz Theologie; ich habe viele Freunde hier. Später kehre ich in mein Land zurück.»

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