Schwere Verkehrsunfälle sind nicht einfach Schicksal – man kann etwas tun, um die Zahl der Toten und Verletzten zu senken. Ein erster Schritt ist die Roadcross-Initiative, die Raser härter bestrafen will. Viel sicherer aber würde es damit nicht: Raser sind nur für die wenigsten der schweren Unfälle verantwortlich.

Wir kennen die Gefahren und spielen doch mit ihnen. Eine Versicherungsstudie zeigt, dass 22 Prozent der Lenker auch mal darauf verzichten, sich anzuschnallen. Diese Sorglosigkeit erstaunt, denn die grosse Mehrheit der Befragten hält Fahren ohne Gurt gleichzeitig für sehr gefährlich. Als fast genauso riskant gilt Telefonieren ohne Freisprechanlage, und als gefährlichste Verhaltensweise wird zu dichtes Auffahren beurteilt – in der Praxis scheint das aber egal zu sein.

Der Glaube an die eigenen Fahrkünste schützt keineswegs davor, selbst einen schweren Unfall zu verursachen, wie unsere Titelstory zeigt (siehe Artikel zum Thema «Verkehrsunfälle: Schluss damit!»). Sie beschreibt auch, welche Folgen eine unachtsame Sekunde für Täter und Opfer haben kann – und kritisiert die «Via sicura» des Bundesamts für Strassen, ein Potpourri von 60 Vorhaben zur Verkehrssicherheit. Denn weniger wäre mehr: lieber nur sechs, dafür wirkungsvolle Massnahmen.

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Jeden Tag stirbt ein Mensch auf den Strassen, so die Statistik. Zeit also, zu handeln – und keine für endlose Debatten.