Walther feierte mit Freunden in der Grindelwaldner Challi-Bar. Morgens um vier machten sich die Jungs auf den Weg, vertilgten beim Bäcker noch ein paar frische Gipfel, und Walther bot an, die Freunde nach Hause zu fahren. Er chauffierte sie, einen nach dem andern. Um den Wagen nicht zu überladen, machte er mehrere Fuhren.

Er wird von zwei Polizisten gestoppt. Vorwurf: «fortgesetztes unnötiges Herumfahren». Die Busse (100 Franken Busse, 80 Franken Gebühr) wird er später nicht anfechten, um nicht noch mehr Kosten zu riskieren. Der Lehrlingslohn des Landmaschinenmechanikers ist klein. Doch er fragt sich noch heute, was er falsch gemacht hat.

Mit Artikel 33 sei das «zwecklose Herumfahren» gemeint, so Untersuchungsrichter Christian Josi. «Wenn also jemand sein Auto spazieren führt. Wenn zum Beispiel Personen befördert werden, gilt der Paragraph nicht.» Vielleicht hätte Walther doch Einsprache erheben sollen.

«Was wir sehen, ahnden wir»

Und was sagt der Polizist? Das Auto sei «innerhalb einer Stunde mehrmals» vorbeigefahren – immer mit gleich viel Personen beladen. Und auch wenn: Sind Sie nicht ein wenig streng, Herr Polizist? «Wir sind nachts zehn Stunden unterwegs. Irgendwann ist fertig. Wir sind keine Pfarrer, die nur predigen. Was wir sehen, ahnden wir. Eine gewisse Strenge muss sein.»

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Also, aufgepasst in Grindelwald. Artikel 33 hat noch mehr Schubladen. So ist auch das «Zuschlagen von Wagentüren, Motorhauben, Kofferdeckeln und dgl.» verboten. Buchstabe g. Eine gewisse Strenge muss sein.