120 Franken Busse brummte die Stadtpolizei Zürich Monika W. (Name der Redaktion bekannt) auf, weil sie die Parkierungszeit überschritten hatte. Worauf sie exakt Fr. 119.95 einzahlte - «aus Versehen». Die Stadtpolizei sandte das Geld zurück, weil Monika W. zu spät einbezahlt habe, was nachweislich falsch ist. Doch nun setzte der Stadtrichter den Betrag neu fest: Zur Busse kamen 158 Franken für Spruch-, Schreib- und Zustellgebühren. Immerhin wies er Monika W. auf die Möglichkeit der «Einsprache» hin. Das tat sie denn auch und bezeichnete die Erhöhung als «nicht angemessen und willkürlich».

Der Stadtrichter teilte diese Auffassung nicht, gestand aber ein, dass nicht die angebliche Verspätung, sondern der fehlende Fünfer zur Erhöhung geführt habe. Die Einsprache sei zudem das falsche Rechtsmittel; sie müsse ein Gesuch um gerichtliche Beurteilung einreichen: «Zu diesem Zweck ist höchstpersönlich oder durch eine ordentlich bevollmächtigte Rechtsvertretung schriftlich eine unmissverständliche Willenserklärung einzureichen, woraus hervorgeht, dass die Behandlung der ebenso unmissverständlich bezeichneten Übertretungsstrafsache durch das Einzelrichteramt für Strafsachen des Bezirksgerichtes Zürich gewünscht wird.» Nach zweimaliger Lektüre begriff Monika W. dies und die damit verbundene Drohung: Falls sie keinen Freispruch erwirken könne, werde es noch teurer. Worauf sie 278 Franken zahlte. Die tiefere Bedeutung der Begriffe «Einsprache» und «gerichtliche Beurteilung» zu erfassen wird ihr wohl verwehrt bleiben.

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