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UberWeiter mit illegalen Fahrern unterwegs

Uber-Plakat
Jobinserat in XXL: Uber sucht in Zürich nach neuen Fahrern. Bild: Peter Aeschlimann

Dem Fahrtendienst Uber droht ein Fahrermangel. Deshalb zieht er seine Hobbychauffeure vorerst nicht aus dem Verkehr.

von Peter Aeschlimannaktualisiert am 2017 M10 26

Im August stampfte der Fahrtendienst Uber sein günstigstes Angebot in Zürich ein. Die Variante Pop, bei der Hobbylenker Passagiere von A nach B bringen, sei illegal, hatte der Regierungsrat erklärt. Seither werden Kunden von Uber-X-Fahrern bedient. Das ist zwar etwas teurer, dafür haben die Fahrer Taxilizenz und Fahrtenschreiber.

Theoretisch. Um sein Angebot aufrechtzuerhalten, gewährte Uber den Pop-Fahrern eine Übergangsfrist von drei Monaten für das nötige Upgrade. Die Frist läuft nun aus.

Doch Recherchen des Beobachters zeigen: Die Umstellung verläuft harzig. So wurde keine der angefragten Garagen, die Fahrtenschreiber einbauen dürfen, mit Aufträgen eingedeckt. Die Statistik des Zürcher Taxibüros zeigt gar einen Rückgang der Betriebsbewilligungen. Anfang Jahr waren es 1489, im Oktober noch 1434. Zudem wirbt Uber um neue Fahrer. Im Zürcher Kreis 5 hängt ein übergrosses Plakat: «Flexibel Geld verdienen. Werde Fahrer.»

Die Konkurrenz zahlt besser

Offenbar wollen das nur wenige. Steht Uber also kurz vor dem Kollaps? Sprecherin Luisa Elster wiegelt ab: «Wir können jetzt schon sagen, dass wir auf sehr gutem Weg sind.» Alle Uber-X-Fahrer seien entweder lizenziert oder stünden kurz davor. Später räumt sie ein, man prüfe eine Übergangsfristverlängerung bis Ende Jahr – weil viele Fahrer im August «in den Ferien oder anderweitig beschäftigt» gewesen seien.

Uber will nicht sagen, wie viel Personal fehlt, um Transporte nur mit «echten» Uber-X-Fahrern anzubieten. Es ist zweifelhaft, ob Uber die Nachfrage ohne Hobbyflotte überhaupt befriedigen kann. 

Beim Zürcher Taxiverband, der mit Uber auf Kriegsfuss steht, glaubt man nicht daran. «Wer rechnen kann, fährt nicht für Uber», sagt Präsidentin Anna Spengler. Denn wer die Prüfungen absolviert und sein Auto ausrüstet, kann genauso gut bei einer Konkurrenzfirma anheuern – mit besserem Lohn und besseren Bedingungen. 

Unbefriedigend bleibt die Situation für Uber-Kunden: Sie bezahlen zwar für einen Transport mit einem Profi, müssen aber damit rechnen, dass ein Hobbyfahrer am Steuer sitzt.

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Nathaly Tschanz, Leiterin Digitale Inhalte

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