«Zürich ist eine schöne Stadt zum Velofahren» – so steht es auf Zürichs Internetseite. Und: «Entdecken Sie die Schleich­wege und attraktive Routen durch die Stadt.» Weniger rosig sind die Zahlen zur Verkehrs­sicherheit der Velofahrenden, die das Bundesamt für Strassen kürzlich veröffentlicht hat. Vor allem im Vergleich zu Basel schneidet die seit Jahren rot-grün regierte Stadt schlecht ab. Wer in der Limmatstadt auf dem Stahlross unterwegs ist, hat eine dreimal höhere Unfallwahrscheinlichkeit als in Basel.

«Wir sind eine Stadt, die beim Umstieg aufs Velo noch einiges Potenzial hat. In dieser Phase kommt es immer zu einer Zunahme von Unfällen», sagt Wernher Brucks, Chef Verkehrssicherheit der Stadt Zürich. Tatsächlich sind die Unfallzahlen, an denen Velofahrer beteiligt sind, in den letzten fünf Jahren kontinuierlich gestiegen (von 310 Unfällen im Jahr 2009 auf 372 Unfälle im Jahr 2013). Der dichte Verkehr und die für Velofahrer gefähr­lichen Tramschienen sind gemäss Brucks zwei Ursachen für die negative Entwicklung. Zugleich aber habe Zürich bei der Infrastruktur Nachholbedarf. «Der Mangel ist erkannt. Das Velonetz wird gemäss Masterplan Velo in den kommenden zehn Jahren für 65 Millionen Franken ausgebaut.»

«Wir haben keine Erklärung»

Doch nicht nur Zürich, auch Luzern und Biel schneiden schlecht ab. In Luzern ist die Wahrscheinlichkeit zu verunfallen dreimal, in Biel sogar viermal höher als in Basel. «Wir haben noch keine Erklärung für das schlechte Abschneiden», sagt Roland Koch vom Tiefbauamt der Stadt Luzern. Doch die Stadt sei nicht untätig geblieben. Man habe über 700 Zebrastreifen und alle Unfallschwerpunkte überprüft. Nun würden Sanierungsmassnahmen erarbeitet, nächstes Jahr gehe der Kreditantrag ins Parlament.

Anzeige

Basel ist in Sachen Sicherheit unbestritten die Nummer eins. Seit Jahren betreibt Basel ein Kompetenzzentrum mit dem Ziel, die Verkehrssicherheit permanent zu erhöhen. Dabei dienen die Unfallstatistiken als Basis, um die Strassen mit baulichen Massnahmen ­sicherer zu machen. Auch Repression gehört dazu. Die Polizei kontrolliert und verteilt Bussen auch an Velofahrer.

In Basel wie Zürich sind die Velofahrer an jedem zweiten Unfall selber schuld. «Freitag- und Samstagnacht haben wir zum Beispiel ein Problem mit alkoholisierten Velofahrern», sagt Wernher Brucks.