VCS-Sprecher Gerhard Tubandt zeigte sich besorgt und forderte in «20 Minuten»: «Man muss schauen, dass der Autoverkehr aus den Städten rauskommt.» Anlass dafür war die Meldung des Bundesamts für Strassen, wonach bei den Velofahrern im ersten Halbjahr 2014 eine ausgeprägte Zunahme von acht auf 15 Tote zu beklagen ist. Für den Velo-Lobbyisten war die Ursache schnell ausgemacht: «Der ganze Verkehr wird auf Autos ausgerichtet.»

Doch ein Blick in die Statistik zeigt ein anderes Bild: Velofahrer sind öfter Unfallverursacher denn -opfer. So war etwa in Basel in diesem Jahr von 69 gemeldeten Verkehrsunfällen mit Fahrrädern der Velofahrende in 36 Fällen Haupt- oder Mitverursacher. Im Jahr 2013 war dies in 46 Fällen von insgesamt 99 der Fall. Der Schweregrad geht aus den Zahlen nicht hervor.

Verkehrsregeln gelten für alle

«Manche Velofahrerinnen und Velofahrer scheinen zu glauben, dass die Verkehrsregeln für sie nicht gelten», sagt Martin Schütz, Mediensprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartements von Basel-Stadt. Die Polizei habe bei den Kontrollen entsprechende Schwerpunkte gesetzt. Noch krasser sehen die Zahlen in Zürich aus. Von 372 Kollisionen unter Beteiligung von Radfahrern waren im Jahr 2013 deren 234 von den Velofahrern selbst verursacht.

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Zwar sei ins­gesamt eine Zunahme des Veloverkehrs festzustellen, womit zwangsläufig auch die Unfallzahlen steigen würden, sagt Heiko Ciceri, Sprecher der Dienstabteilung Verkehr der Stadt Zürich. Die Anzahl selbstverschuldeter Unfälle liege jedoch stets zwischen 55 und 65 Prozent. «Die Hauptursachen sind Missachten des Vortritts oder Rotlichts, Fahren unter Alkoholeinfluss oder auf dem Trottoir sowie Mängel am Velo.»