Die «Vision Zero» stammt ursprünglich vom amerikanischen Chemieunternehmen DuPont: Jeder Unfall ist vermeidbar, lautet dort seit Jahren die Firmenphilosophie. In Schweden bestimmte der Reichstag 1997 die «Vision Zero» zur Basis der künftigen Sicherheit im Strassenverkehr. In der Schweiz griff die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) die Idee 1999 auf.

«Unser Ziel besteht nicht darin, die Mobilität zu reduzieren, sondern diese unfallfrei zu gestalten», fasst BfU-Vizedirektor Raphael Huguenin den Kerngedanken zusammen. Wer die Mobilität verringere, schränke den Handlungsspielraum ein. Eine solche Einschränkung reduziere die wirtschaftliche Kraft der Gesellschaft und verursache auf anderen Gebieten – Gesundheit, Kriminalität – neue Probleme. Die «Vision Zero»-Vertreter wollen aber ihr Ziel «ohne Tribut auf andern Gebieten» erreichen.

Die Umsetzung dieses Ziels soll mit einer Reihe von Massnahmen erfolgen, die einfach «in die Tat umgesetzt werden müssten».

Die BfU will bis zum Jahr 2010 die Halbierung der heutigen Zahl von 600 Toten erreichen.

Wichtigste Massnahmen

  • Gurtentragquote vorn und hinten auf 99 Prozent erhöhen; obligatorische Kinderrückhaltesysteme für unter Siebenjährige.
  • Airbags, ABS, hochgesetzte Bremslichter und automatische Schaltung des «Tageslichts» für alle Personenautos.
  • Trennung von Verkehrswegen für verschiedene Verkehrsteilnehmer und konsequente Sanierung von Gefahrenstellen.
  • Sichere Gestaltung von Ortsdurchfahrten durch Kreisel.
  • Einführung von Fahrerassistenz- und Leitsystemen (unter anderem zur Abstands- und Temporegulierung).
  • Helmtragpflicht für sämtliche Velofahrer.
  • Senkung des Alkoholgrenzwerts auf 0,5 Promille.
  • Konsequente Einhaltung von Geschwindigkeitslimiten innerorts und ausserorts.
  • Zweiphasenmodell für Neulenker (Führerschein während drei Jahren auf Probe), Nachschulung auffälliger Lenker.
  • Optimierung des Rettungswesens in der Schweiz.
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