Die Konsumentenschutzorganisation in Niedersachsen kennt mehrere Fälle von Jugendlichen, die sich für den Einstieg bei Euro-Therm hoch verschuldet haben. So rieten die Euro-Therm-Leute etwa einer Stiftin zur Aufnahme eines Kredits. Eine andere junge Frau wurde zu ihrer Bank begleitet, um 1800 Mark flüssig zu machen.

Es kommt noch schlimmer: Das ARD-Wirtschaftsmagazin «Plus Minus» berichtete Anfang November von einem jungen Euro-Therm-Kadermitglied, das sich das Leben genommen hatte. Im Abschiedsbrief nannte der Jugendliche sein finanzielles Scheitern mit Euro-Therm als Grund für seinen Freitod.

In Deutschland wurden gegen Euro-Therm schon verschiedentlich Ermittlungen eingeleitet. Doch bis jetzt verliefen alle Verfahren im Sand.

Indizien deuten darauf hin, dass Euro-Therm auch in der Schweiz Fuss fassen will. Auf der Homepage der Firma werden Leute gesucht, die «Interesse haben, unsere Produkte ausserhalb Deutschlands zu vertreiben». Viktor Otth vom Bundesamt für Polizeiwesen warnt nicht nur vor dem rechtlichen Aspekt der schneeballähnlichen Euro-Therm-Struktur: «Zu prüfen ist auch, ob die Energy-Produkte zulässig sind.» Eine Bewilligung des Bundesamts für Gesundheit liegt jedenfalls nicht vor, wie eine Sprecherin bestätigt.

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Dennoch scheint es dem Strukturvertrieb an Interessenten nicht zu mangeln: Die Internetseite wurde schon rund 20000-mal besucht.