MedikamentenforschungRisiko ist relativ

Die Medikamentenforschung ist ein lukratives Forschungsfeld – aber nur, wenn die Arznei dann auch zugelassen wird. Bild: Thinkstock Kollektion

Dubiose Anbieter tummeln sich auch auf dem Feld der Medikamentenforschung. Investieren lohnt sich nicht – ausser, man schiebt die Verantwortung ab, so wie dieser Herr am Telefon des Beratunsgzentrums.

von Pascal Roth

«Immer wieder rufen mich Vermittler an, um mir Aktien eines Medikamentenentwicklers schmackhaft zu machen», erzählt ein Anrufer an der Hotline des Beobachter-Beratungszentrums. «Gehen Sie nicht darauf ein. Damit können Sie viel Geld verlieren», warne ich. «Ja, aber man kann sich an Firmen beteiligen, die später an die Börse gehen und ein Vielfaches wert sein werden», sagt der Mann.

Ausser Spesen…

«Theoretisch ja. Aber die Praxis zeigt, dass gute 99 Prozent dieser Start-ups den Weg an die Börse nie finden. Dann sitzen Sie auf unverkäuflichen und schliesslich wertlosen Papieren.» – «Jetzt malen Sie doch nicht gleich den Teufel an die Wand. Ich trage dabei überhaupt kein Risiko.» – «Hä? Das sind hochriskante Anlagen. Wenn die Medikamente die zahlreichen Tests nicht bestehen, kommen sie nie auf den Markt. Dann heisst es für Aktionäre: Ausser Spesen nichts gewesen.» – «Das kann mir nicht passieren.» – «Wie kommen Sie darauf? Sind Sie Branchen-Insider? Oder arbeiten Sie bei der Zulassungsbehörde für Medikamente?» – «Nein, ich habe meinen Sohn den Kaufvertrag unterschreiben lassen.»

Veröffentlicht am 2015 M05 18