Lebenslange Tierliebe bleibt keineswegs auf Katze, Kanarienvogel und Pferd beschränkt. Endlich müssen sich auch Kuhfreunde nicht mehr mit dem finalen Gnadenschuss für ihr Lieblingsvieh abfinden. Die Alternative: Auf dem Hof von Robert Custer im thurgauischen Berg frisst die neunjährige Kuh Kassja seit Anfang Juli ihr gesponsertes Gras und Heu. Rund 200 Franken im Monat kostet die artgerechte Alterspension für die in die Jahre gekommene Schwarzweisse.

Das sinnfällig «Viva la vacca» betitelte Projekt wird in der Startphase vom Tierschutzverein Bischofszell-Weinfelden getragen und sowohl vom Thurgauischen Tierschutzverband (TTSV) als auch von der Schweizerischen Gesellschaft für Tierschutz «Pro Tier» unterstützt. Triebfeder ist TTSV-Präsident Reinhold Zepf. Nichts Tierisches ist ihm fremd: «Ich kenne etliche Bauern, die ihre Lieblingskühe behalten, auch wenn sie keinen wirtschaftlichen Nutzen mehr bringen. Wer einen engen Bezug zu einem Tier hat, bringt es doch nicht einfach zur Schlachtbank.»

Nun sucht er Sponsoren, die sich für «Viva la vacca» engagieren. Erst wenn Zusagen für die vollen Kosten vorliegen, werden die Altkühe auf Höfen mit vorbildlicher Tierhaltung platziert. Das Budget für Hund und Katz soll nicht belastet werden.

Der Kuh Kassja hat sich ein Primarlehrer erbarmt und sich bereit erklärt, sie bis ans Lebensende durchzufüttern. Der Pate will anonym bleiben.

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