«Schlagzeilen wollen wir in Zukunft nur noch mit unseren Aktionen gegen Tierversuche machen», sagt Edith Zellweger, seit Anfang Oktober neue Geschäftsführerin bei der Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner (AGSTG).

Während Monaten schwelte im Dachverband ein interner Konflikt. Bis der Beobachter den Stein ins Rollen brachte: Zellwegers Vorgänger Thorsten Tönjes, Präsident und Geschäftsführer in Personalunion, hat nicht nur Ungereimtheiten rund um seine stolzen Lohnbezüge und einen massiven Aderlass beim Verbandsvermögen zu verantworten, sondern bekam vom Kantonstierarzt auch noch ein Tierhalteverbot aufgebrummt (siehe Artikel zum Thema «Tierversuchsgegner: Feuer im Dachverband»). Tönjes steckt zudem in argen Finanznöten: Der Auszug des Betreibungsregisters weist nicht weniger als 33 Positionen über total 110'000 Franken aus.

An einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung zogen die Tierversuchsgegner nun die Notbremse: Der bisherige Vorstand wurde abgewählt, Tönjes als Geschäftsführer entlassen; unklar ist derzeit noch, ob der Geschasste seinen Rauswurf akzeptieren wird. Gegenüber dem Beobachter wollte er keine Stellung beziehen.

Bei der Abwahl kam es zum Eklat: Tönjes verliess mit seinen Anhängern unter Protest den Saal. Zellweger und der neue Vorstand müssen viel zerschlagenes Porzellan kitten.

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