Die Orientierungsläuferin Simone Niggli-Luder hat es geschafft: Dank ihr nimmt die Öffentlichkeit von der Existenz des OL-Sports in der Schweiz Kenntnis. Die dreifache Goldmedaillengewinnerin der WM 2003 in der Schweiz und zweifache Siegerin der diesjährigen EM grüsst von Titelblättern und von der Mattscheibe. Weitere Medaillengewinner wie Thomas Bürer, Brigitte Wolf und Vroni König-Salmi geraten daneben beinahe in Vergessenheit. Doch Orientierungslauf ist zurzeit die «erfolgreichste nichtolympische Sportart», wie der ansonsten bescheiden auftretende OL-Verband (SOLV) betont.

Ehrenamtlichkeit ist (fast) alles im SOLV mit seinen 8000 Mitgliedern: Die einzige administrative Mitarbeiterin besetzt bloss eine Teilzeitstelle, und die verschiedenen Kadertrainer teilen sich zwei Vollzeitstellen. Für ihre Arbeit erhalten die OL-Funktionäre dennoch viel Lob aus berufenem Mund: «Unter den von uns unterstützten Verbänden war der SOLV immer einer der professionellsten», sagt Urs Wyss, früherer Sponsoringchef der Credit Suisse.

Den administrativen Wasserkopf sucht man auch bei einem weiteren erfolgreichen Sportverband vergebens: Die rund 25000 Unihockey-Spielerinnen und -Spieler in der Schweiz leisten sich eine Geschäftsstelle mit zehn Personen in acht Vollzeitstellen. Sechs Jahre lang war der Cheftrainer des Verbands vollamtlich angestellt, heute erledigt er seinen Job im Nebenamt.

Und die Erfolge lassen sich sehen: Zwei Silbermedaillen bei den Damen und zwei bronzene bei den Herren waren die Ausbeute aus den Weltmeisterschaften der letzten fünf Jahre. Bei ihrer Heim-WM im Mai in Kloten landeten die Schweizer Männer auf dem undankbaren vierten Rang.

Freuen konnte sich der Verband Swiss Unihockey trotzdem: Mit 34 000 Zuschauerinnen und Zuschauern war der Anlass ein Grosserfolg.

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