Zuerst das analoge Autotelefon, dann das digitale Handy. Und bereits holt die Telekommunikationsbranche zum nächsten Schlag gegen das traditionelle Telefon aus: UMTS. Das Kürzel steht für «Universal Mobile Telecommunications System» ein Quantensprung in der Mobilkommunikation.

Die gegenwärtige Handytechnik GSM (General System for Mobile Communication) zielt in erster Linie auf Sprachkommunikation. Zwar sind auch Datendienste verfügbar (SMS, WAP, Internet), doch lediglich mit tiefen Transferraten bis maximal 9,6 Kilobits pro Sekunde.

UMTS dagegen wird ein weltweites Breitbandnetz sein, mit Datendurchsatzraten von bis zu zwei Megabits pro Sekunde das über 200-fache des heutigen GSM. Damit werden die Voraussetzungen für völlig neuartige mobile Informationsdienste geschaffen, die heute erst erahnbar sind: Online-Banking und -Shopping, Videotelefon, Fernsehen, Telearbeit alles via Internet und mit einem entsprechenden Handy.

Diese Zukunft soll in zwei, drei Jahren bereits beginnen. Mit der Vergabe der Konzessionen für den Betrieb von UMTS-Mobilnetzen werden derzeit in ganz Europa die Weichen gestellt. Die horrenden Preise, die dabei bezahlt werden, spiegeln die Erwartungen der Branche: In England kosteten die Konzessionen über 60 Milliarden Franken, bei der Auktion in Deutschland wurden am Schluss 79 Milliarden Franken geboten. Auch in der Schweiz, wo im Herbst vier Konzessionen unter zehn Bewerbern versteigert werden (www.bakom.ch/ger/), rechnet man mit Erlösen von bis zu zehn Milliarden Franken!

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Gerade diese enormen Summen könnten jedoch zum Handicap der neuen Technik werden. Noch einmal so viel muss nämlich in die Netzinfrastruktur investiert werden was sich natürlich auf die Höhe der Gebühren auswirken wird.