Dabei handelt es sich um Fels- und Schuttabschnitte, die sich auch im Sommer nie auf über null Grad erwärmen. Bei steigenden Temperaturen ist die Stabilität des Untergrunds nicht mehr gewährleistet, es kann zu Fels­stürzen und Murgängen kommen. Die Sicherheit von Wegen, Kletterrouten, Hütten, Seilbahn­stationen und Skigebieten im Hochgebirge wird dadurch gefährdet.

In der Schweiz, in Österreich, Deutschland, Italien und Frank­reich wurde deshalb ein Netzwerk zur langfristigen Beobachtung der Permafrostzonen errichtet. 40 Messstellen liefern detaillierte Daten, anhand derer eine einheitliche Karte der Vorkommen im Alpenraum ­erstellt werden soll. Das Ziel: ­Gefahren frühzeitig erkennen und eindämmen.

Das neue Permafrostmodell wird am Geographischen Institut der Universität Zürich er­arbeitet. «Die Schweiz verfügt über viel Wissen und Erfahrung in Bezug auf Gebirgspermafrost, auf Modelle und Simula­tionen», sagt die Projektverantwortliche Jeannette Nötzli.

Ob der vergangene, rekordverdächtig heisse Juli ähnliche Folgen hat wie der Hitzesommer von 2003, als im Hochgebirge deutlich mehr Felsstürze registriert wurden, lässt sich noch nicht abschätzen. Doch eine Tendenz besteht: «Felsstürze werden in den nächsten Jahren zunehmen», sagt Nötzli. «Je eher wir Vorkehrungen treffen, desto mehr Kosten lassen sich sparen.» Gefährlich, so die Forscherin, sei es im Hochgebirge so oder so.

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