Tausende Wildtiere kommen jedes Jahr in Zäunen um, schätzt der Schweizer Tierschutz (STS). Die Weidenetze können zu Fallen werden. «Das Wild bleibt darin hängen und verendet nach tagelangem Leiden», sagt STS-Geschäftsführer Hansuli Huber. Sind die Weidenetze elektrifiziert, «bedeuten die Stromstösse eine zusätzliche Qual». Auch Stacheldraht kann Wildtieren zum Verhängnis werden. «Dabei gäbe es Alternativen, die auch für Weidetiere ungefährlich wären», sagt Huber, der sich für ein landesweites Stacheldrahtverbot einsetzt.

Der Schweizerische Bauernverband (SBV) indes erachtet die Situation als «nicht gravierend». Stacheldraht werde kaum mehr neu gezogen, sagt der Agronom Martin Rufer vom SBV. Auf Nummer sicher geht die Landi: Sie verzichtet seit April auf den Verkauf von Stacheldraht,; Weidenetze gibt sie nur noch mit einem Merkblatt ab. «Wir wollen», sagt Marketing­leiter Ernst Hunkeler, «die Landwirte für Wildtiere sensibilisieren.»