Umweltveränderungen, Vernichtung des Lebensraums, illegaler Handel und problematische Fischereimethoden gehören zu den wichtigsten Ursachen für das Artensterben. Welche Tiere derzeit am stärksten bedroht sind, fasst der Bericht «State of the wild - a Global Portrait» zusammen, den die Wildlife Conservation Society soeben präsentiert hat. Zehn Tierarten werden dabei als die «seltensten aller seltenen Arten» bezeichnet. Vögel, Säuger, Reptilien und Amphibien befinden sich in dieser Liste der am meisten vom Aussterben bedrohten Tiere.

Die meisten der hier angeführten Arten kommen nur noch an einem ganz speziellen Ort der Erde vor, etwa auf Inseln. So lebt etwa das kubanische Krokodil nur in zwei kleinen Regionen Kubas, ähnlich die Grenadataube, die zu den Wahrzeichen der Atlantikinsel Grenada gehört. Vom hellköpfigen Schwarzlangur leben 59 Exemplare auf einer Insel vor Vietnam, die grünäugige Froschart Rana Vibricaria gibt es nur auf Costa Rica. An den Kragen geht es auch der Madagassischen Schnabelbrustschildkröte, deren Bestand durch den illegalen Handel auf 400 Tiere geschrumpft ist.

Przewalski-Wildpferd hat noch Chance

Der bekannteste Vertreter der Liste dürfte der Sumatra-Orang-Utan sein. Auch die afrikanische Hunters-Leierantilope ist akut bedroht. Drei nordamerikanische Arten gehören zu den seltensten Arten: der kalifornische Insel-Graufuchs, die nach der vermeintlichen Ausrottung 2002 wiederentdeckte Art «Eumops floridanus» aus der Gattung der Bulldogg-Fledermäuse sowie der kalifornische Schweinswal, auch Golftümmler genannt. Letzterem werden die Fischernetze zum Verhängnis, in denen die Tiere sich verfangen und ersticken.

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Kent Redford, Direktor des WCS-Instituts, vergleicht die Auflistung mit einem Schnappschuss des aktuellen Zustands seltener Arten. «Während der Bericht für manche Tierarten schlimme Nachrichten sind, konnten wir auch aufzeigen, dass gezielter Artenschutz durchaus Früchte trägt und das Überleben einzelner Arten sichern kann.» Erfreulich sei etwa zu vermerken, dass das früher vom Aussterben bedrohte Przewalski-Pferd erfolgreich ausgewildert werden konnte und in seiner Population nun wieder wächst. (pte)