Vielleicht wollen sie ja nur das Beste für ihre Lieblinge, tun ihnen damit aber keinen Gefallen. Tieren, die in der Zürcher Masoala­-Halle ausgesetzt werden, droht ein schneller Tod. «Wir jagen sie, notfalls schiessen wir sie ab», so Robert Zingg, Kurator des Zürcher Zoos. «Wir haben gar keine andere Wahl.» Denn die Risiken, die von eingeschleppten Tieren ausgehen, seien schlicht zu gross. «Im schlimmsten Fall ist unser ganzes Regenwald-Ökosystem bedroht», so Zingg.

Tätern droht eine Strafanzeige

Ausgesetzt wurden in der 11'000 Quadratmeter grossen Halle schon alle möglichen Tierarten, darunter Repti­lien wie Wasseragamen, Blauzungen­skinke oder Geckos, Agapornis-Papageien, Schmuckschildkröten, einmal sogar eine schwarze Rennmaus. Tiere im Zoo auszusetzen sei kein Kavaliersdelikt, sagt Zingg. Tätern droht in jedem Fall eine Strafanzeige. Für mögliche Schäden haften sie. Das kann schnell teuer werden, wenn sich ein eingeschleppter Keim im Biotop gefährlich ausbreitet.

Der Zürcher Zoo weiss um die Gefahr und führt deshalb eine spezialisierte Quarantänestation. Dort wird jedes neue Tier genau untersucht und dokumentiert. Damit will man sicherstellen, dass die Wildtiere keine Erreger einschleppen.

Bei Tieren, die in die Masoala-Halle kommen, wird besonders sorgfältig vorgegangen. Dies ist angesichts des dichten Tierbestands unumgänglich. Die Quarantäne dauert in der Regel 30 Tage, in besonderen Fällen bis zu drei Monate.

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Es gibt andere Stationen für heimatlose Exoten

Dass Halter exotischer Tiere ihrer überdrüssig werden und sie einfach aussetzen, kommt immer häufiger vor. Der Tierschutz beider Basel hat ­reagiert und im Januar eine eigene Reptilien- und Amphibienstation eröffnet. Der Zürcher Tierschutz folgt Anfang September. In diesen Aufnahmezentren finden Exoten vorübergehend Asyl.