Die Region – oberhalb von Bad Ragaz an der Grenze zu Graubünden – ist laut Daniel Hegglin, Geschäftsführer der Stiftung Pro Bartgeier, ein Lebensraum, in dem das Vorkommen des grossen Greifvogels auch historisch gut nachgewiesen ist. Zwar seien die thermischen Voraussetzungen dort nicht die besten. Andere Faktoren wie Nahrungsgrundlage und Sicherheit hätten jedoch für das Calfeisental gesprochen. «Wir gehen davon aus, dass wir mit den Jahren einen neuen Populationskeim in den Nordalpen schaffen können», so Hegglin.

1913 wurde der letzte Bartgeier der Alpen im Aostatal erlegt. In den Jahren 1986 bis 2009 sind von Spanien bis Österreich 160 Tiere ausgewildert worden, davon 37 auch in der Schweiz. Seit 13 Jahren brütet der Vogel wieder; die Stiftung Pro Bartgeier schätzt den Bestand im Alpenbogen auf 150 Tiere, darunter 50, die in Freiheit geschlüpft sind.

Die drei Bartgeier, die bald ihren neuen Freiraum erkunden dürfen, stammen aus dem Tierpark Goldau, aus Spanien und Tschechien.