Die Legehennenindustrie hat für Hähne keine Ver­wendung. Männliche Küken werden deshalb gleich nach dem Schlüpfen vergast. So sterben in der Schweiz jährlich 2,6 Millionen Tiere. In Deutschland sind es gar 40 Millionen.

Tiermediziner der Universität Leipzig können nun ab dem achten Bebrütungstag am Östrogengehalt des Eis erkennen, ob ein weibliches oder männliches Küken schlüpfen wird. Und die Forscher wollen ihre Methode noch perfektionieren: «Unser Ziel ist es, das Geschlecht bereits am unbebrüteten Ei feststellen zu können», sagt die Koordinatorin des Projekts, Maria-Elisabeth Krautwald-Junghanns. Die Forscher setzen dazu neuartige spektroskopische Methoden ein, die das Ei unbeschädigt lassen.

Mit den neuen Verfahren könnten künftig unbebrütete Eier, aus denen männliche Küken schlüpfen würden, auf den Markt gebracht werden. Die Forschung liefert damit eine sinnvolle Alternative zur routinemässigen Tötung der Eintagsküken.