Eine Studie der Meeresbiologin Kristin Kaschner bringt die Walfangnation Japan in Bedrängnis. Deren Walfangindustrie hat ihre Jagd auf die grossen Meeressäuger jahrelang damit begründet, dass Wale die Fischbestände reduzierten. Stimmt nicht, sagt nun Kaschner, die gemeinsam mit amerikanischen und kanadischen Forschern untersucht hat, was passieren würde, wenn die Wale in den küstennahen Gewässern Nordafrikas und der Karibik ausgerottet würden.

Der Befund: Ein komplettes Verschwinden der Grosswale liesse die kommerziell genutzten Fischbestände nur geringfügig ansteigen. Viel wichtiger für deren Erholung wären besser zugeteilte Fangquoten. Schon leichte Veränderungen könnten die Fischbestände wieder deutlich anwachsen lassen. Kaschners Studie soll im Juni an der Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission in Madeira vorgestellt werden.