Frage: Ich teile mit zwei ­anderen Parteien einen Hund. Worauf müssen wir achten?

Jeder Hund hat einen eigenen Charakter und eigene Bedürfnisse, deshalb gibt es kein Patentrezept für ein «Dog-Sharing». Manche Hunde kommen gut mit mehreren Bezugspersonen zurecht, andere nicht. Die Weichen dafür werden in der Sozia­lisierungsphase des Jungtiers gestellt.

Als Rudeltier ist der Hund ein sehr soziales Wesen. Er muss wissen, wo er hin­gehört. Er fühlt sich sicher, wenn er sich auf seine Bezugspersonen verlassen kann und darauf vertrauen darf, dass sie jede Situation im Griff haben. Dann akzeptiert er mehrere «Rudelführer». Zu viele Wechsel sind aber ungünstig, denn der Hund braucht auch Konstanz. Er sollte sich an gleichlautenden Kommandos ­orientieren können, und Freiheiten und Grenzen sollten bei allen Bezugspersonen im gleichen Ausmass gelten.

Wichtig ist, dass die Bedürfnisse des Tiers im Vordergrund stehen, damit es nicht über- oder unterfordert wird. Das gilt für Auslauf, Spiel, Arbeits- und Ruhephasen. Was zu viel und was zu wenig ist, muss für jeden Hund individuell beurteilt ­werden. Gibt es Anzeichen, dass der Hund mit der Situation nicht klarkommt, sollten Sie sich an einen Hundetrainer wenden, der mit Ihnen gemeinsam ein auf den Hund zugeschnittenes ­Programm erstellen kann. Elementar ist beim «Dog-Sharing» auch, dass die ­Herrchen und Frauchen die wichtigsten Punkte schriftlich festhalten, etwa wenn es um die Kostenverantwortung geht.

Anzeige

Esther Geisser ist tierpsychologische Beraterin IET/VIETA, Juristin und Präsidentin der Tierschutzorganisation Netap. 

Haben auch Sie eine Frage zu Ihrem Haustier an Frau Geisser? Dann schreiben Sie an redaktion@beobachternatur.ch

Quelle: Thinkstock Kollektion