Frage von E. Bänninger aus Zürich: Im Herbst sehe ich immer wieder Igel auf Futtersuche. Ist es sinnvoll, sie zu füttern? Und wenn ja, womit?

Der Igel ist ein Wildtier und in der Regel nicht auf menschliche Hilfe angewiesen. Deshalb sollte er nur in Ausnahmefällen gefüttert werden. Zum Beispiel dann, wenn er als Jungtier im Spätherbst noch nicht das für den Winterschlaf notwendige Körpergewicht von rund 700 Gramm erreicht hat. Dann dürfen Sie ihm Katzenfutter hinstellen, sowohl nass als auch trocken, am besten Jungkatzenfutter. Auch zerhackte Nüsse mag der Igel – Mandeln sind für ihn aber giftig. Geben Sie ihm genügend Wasser, auf keinen Fall jedoch Milch, auch sie kann tödlich sein. Wenn er genug isst, wird er 70 bis 100 Gramm pro Woche zunehmen. 

Sobald er sein Wintergewicht erreicht hat und die Temperatur unter fünf Grad fällt, sollten Sie die Fütterung einstellen, damit sich der Igel in den Winterschlaf begibt. Aufgeräumte Gärten bieten kein passendes Quartier. Sie können den Igel unterstützen, indem Sie ein Igelhaus bauen (Anleitung unter www.igel.ch) und Ihren Garten igelfreundlich gestalten. Das
Stacheltier fühlt sich in Hecken und Wiesen am wohlsten – entgegen der weitverbreiteten Meinung ist es kein Waldtier.

Viele Igel haben Parasiten, besonders Lungenwürmer machen ihnen das Leben schwer. Wenn Sie Durchfall, Husten oder andere Symptome feststellen, kontaktieren Sie bitte eine Igelstation.

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Esther Geisser ist tierpsychologische Beraterin IET/VIETA, Juristin und Präsidentin der Tierschutzorganisation Netap. 

Haben auch Sie eine Frage zu Ihrem Haustier an Frau Geisser? Dann schreiben Sie an redaktion@beobachternatur.ch

Quelle: Thinkstock Kollektion

Weitere Infos

Igelzentrum Zürich: www.izz.ch

Pro Igel: www.pro-igel.ch

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