Für den Wandel während der letzten 60 Jahre gibt es viele Gründe:

  • Der Siedlungsraum hat sich ausgedehnt.

  • Das Fällen von Hochstämmern wurde ab ­Mitte der fünfziger bis in die achtziger Jahre mit ­Rodungsprämien gefördert. Die Obstbauern stellten auf die effizienteren und lukrativeren Niederstammanlagen um.

  • Der Konsum von Most und hiesigem Schnaps hat abgenommen, und auch der Markt für Tafelobst ab Hochstamm ist stark zurückgegangen. Nur bei den Kirschen hat er noch eine ­gewisse Bedeutung.

  • In neuerer Zeit sind viele Bäume an Feuerbrand erkrankt und mussten gefällt werden.

Heute stehen in der Schweiz noch rund 2,3 Millionen Hochstamm-Obstbäume, ein Grossteil wird aber nicht gepflegt, die Früchte werden nicht geerntet. Fachleute gehen davon aus, dass der Bestand weiter abnehmen, die Entwicklung sich jedoch verlangsamen wird. «Zurzeit erleben wir fast eine kleine Renaissance der Obst-Hochstämme», sagt Stephan Durrer, Geschäftsführer der Vereinigung Hochstamm Suisse. «Einerseits bevor­zugen die Konsumenten wieder vermehrt Schweizer Produkte, anderseits erhalten die Bauern zum Teil höhere Beiträge für Hochstämme.»

Quelle: Daniel Röttele (Infografik)

Quellen: BLW, Hochstamm Suisse, «Die ausgewechselte Landschaft» (Haupt-Verlag)