Das Jahr 2010 ist ein schlechter Jahrgang für die Korallen. Besonders in Teilen der Karibik, wo das ungewöhnlich warme Wasser laut ersten Studien noch mehr Korallenriffe zerstören dürfte als im Katastrophenjahr 2005. Vor fünf Jahren blichen dort 80 Prozent dieser Meereskolonien aus, um die 40 Prozent starben. «Ich habe noch nie ein solches Korallenbleichen gesehen», sagt die Biologin Nancy Knowlton im Wissenschaftsmagazin «Science».

Korallen werden weiss, wenn sie von den farbigen Algen verlassen werden, die hohe Temperaturen und Verschmutzung schlecht ertragen. Normalerweise bilden gesunde Algen mit Nesseltierchen in den Korallen eine enge Gemeinschaft. In dieser Symbiose haften sich die Algen am Kalkskelett der Nesseltierchen fest und können in den lichtdurchfluteten Gewässern durch Fotosynthese Energie gewinnen. Dafür bekommt das Nesseltierchen Nährstoffe.

Fehlen die Algen, sterben bei anhaltend hohen Wassertemperaturen auch die Nesseltiere, das Riff stirbt. Nur bei einer Abkühlung kann es sich erholen. Korallen sind artenreiche Lebensräume für Fische und Kleinlebewesen, rund ein Viertel der Meeresorganismen lebt in farbenprächtigen Riffen.

Verantwortlich für das zu warme Wasser sind der Klimawandel und das Strömungsphänomen «El Niño». Bei der Inselgruppe der Niederländischen Antillen war das Wasser im September 30,2 Grad Celsius warm, normal wären 28,5 Grad. Nebst Teilen der Karibik sind auch die Korallenriffe Thailands, Indonesiens und der Philippinen vom Ausbleichen betroffen. Tropenstürme beschleunigen die Zerstörung.

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