«Wir haben in den letzten Jahren eine merkliche Umsatzsteigerung erzielt», erklärt Thomas Aus der Au, Präsident des schweizerischen Pelzfachverbandes. Die Schickeria trägt wieder Pelz – Slogans wie «Tiere tragen Pelz, Madame» und «Lieber nackt als im Pelz» gehören der Vergangenheit an.

Auch der Pelzfachverband ficht heute mit tierschützerischen Argumenten. Thomas Aus der Au: «Die Gehege sind grösser geworden, die Fütterung ist besser, und die Betriebe werden kontrolliert.» Die Vorschriften der EU sowie der Regierungen Skandinaviens und Kanadas seien strikt.

Bernhard Trachsel, Zoologe und Geschäftsführer des Zürcher Tierschutzes, kann solchen Versicherungen wenig abgewinnen: «Die Tierzucht ist nach wie vor extreme Tierquälerei.» Die Käfiggrösse spricht für sich: Für Blaufüchse beträgt sie 102 auf 60 Zentimeter, bei einer Höhe von 75 Zentimetern; für Nerze lauten die entsprechenden Zahlen 70 mal 30 mal 40 Zentimeter, wozu noch eine Nestbox kommt. Die Tiere stehen meist auf Drahtgittern. Fazit von Trachsel: «Artgerechte Pelztierhaltung gibts nicht.»

Klare Fronten auch bei den Wildfängen. Es sei eine ökologische Notwendigkeit, den Bestand der Bisamratten mit Fallen zu regulieren, argumentieren die Pelzfachleute. Einen Bestand könne man bestenfalls mit der gezielten Ausmerzung unerwünschter Individuen reduzieren, kontert Bernhard Trachsel. Dazu eigneten sich die grausamen Fallen sicher nicht.