Als die Zeitschrift «Ökotest» 22 Rosensträusse auf über 50 Pestizide testete, schnitten lediglich zwei Sträusse mit «gut» ab. Immerhin gibt es kleine Fortschritte: Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in den Betrieben Kenias oder Tansanias ist in den letzten Jahren gesunken, die giftigsten und verbotenen Substanzen werden seltener angewendet.

Und der Anteil der Fairtrade-Betriebe wächst langsam: In Kenia sind rund zwei Drittel der 180 Blumenfirmen durch ein anerkanntes Label zertifiziert. Deren Richtlinien schreiben Schutzkleidung und -massnahmen vor und verbieten die übelsten Gifte. «Das ist für die Arbeiter schon ein Riesenfortschritt», sagt die Agronomin Bettina Billmann vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau in Frick AG. Fairtrade bedeutet aber noch lange nicht pes­tizidfrei. Wirklich umweltfreundlich wären einzig Bioblumen, die ohne chemisch-synthetische Stoffe erzeugt werden.

Doch die sind selbst hierzulande rar: In der Schweiz führt nur etwa ein Dutzend Gärtnereien der Dachorganisation Bioterra biologische Schnitt­blumen im Angebot. Denn Bioblumen stellen für den Gärtner ein hohes Risiko dar – sind sie von Schädlingen befallen, drohen Totalausfälle, weil sie nicht gespritzt werden dürfen. Das schreckt einerseits viele Produzenten ab und treibt anderseits die Preise in die Höhe.

«Dafür sind in der Gartenbranche die Gewinnmargen zu klein», sagt Billmann. Es mangle auch an der Nachfrage. Sie empfiehlt Konsumenten, bei Floristen und Bauern hartnäckig Bio­blumen zu fordern – damit Blumen auch wirklich «Nahrung für die Seele» sind, wie ein ­Slogan der Branche behauptet.