«Googeln» schadet der Umwelt. Denn jede  Suche im Web verur­sacht sieben Gramm CO2. Das hat der amerikani­sche Physiker Alex Wissner-Gross berechnet. Bei einigen Millionen In­ternetabfragen pro Tag macht das mehrere Tonnen Treib­haus­gas aus.

Doch es geht auch anders. Bei der «grünen» Suchmaschine Ecosia werden die Emissio­nen, die durch Server, Netzwerkinfrastruktur und die Com­puter der User anfallen, kompensiert. Und die Server werden mit Ökostrom betrieben.

Jetzt geht der Gründer, Christian Kroll, 25, noch weiter: Mit dem im Dezember 2009 aufgeschalteten Suchdienst will er nichts Geringeres, als den Regenwald retten. «Mit einem Klick werden zwei Quadratmeter Regenwald im Amazonas geschützt», sagt der Jungunternehmer aus Berlin, der bereits die Ecosia-Vor­läufer Forestle und Znout gegründet hat.

Beim Surfen zur Rettung der Erde beitragen – kann das funktionieren? Ja, sagt Corina ­Gyssler vom WWF. «Um im grössten Regenwald-Projekt des Amazonas einen Hektar Wald vor der Zerstörung zu bewahren, brauchen wir 7 Franken 50.» Ecosia aber will mindestens 80 Prozent ihres Umsatzes an das WWF-Projekt spenden – und bis Ende Januar sind bereits gegen 20'000 Franken zusammengekommen: Geld aus Werbeeinnahmen durch gesponserte Links, die Bing und Yahoo liefern. «Jeder Klick auf einen Werbelink bringt uns derzeit etwa 0,2 Rappen ein», sagt Kroll. Kleinstbeträge, die sich rasch summieren. «Wenn nur ein Pro­zent aller Internetnutzer mit Ecosia sucht, können wir in einem Jahr eine Wald­fläche von der Grösse der Schweiz retten», gibt sich Kroll optimistisch.

Die Sache hat aber zwei Haken: Ecosia erzielt nur Einnahmen, wenn Nutzer bei der Suche auf Anzeigen klicken. Und wer meint, häufiges Suchen rette mehr Wald, irrt: Künstliche Abfragen verbrauchen genauso Energie wie die überflüssige  Suche mit Google. Zudem we­rden sie aus der Statistik ge­tilgt, weil sie Werbekun­den verprellen könnten.

Quelle: Stock-Kollektion colourbox.com
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