Wie Luft und Wasser ist auch die Biodiversität eine zentrale Lebensgrundlage. Biodiversität umfasst drei Ebenen:

  • Vielfalt der Ökosysteme (Lebensräume wie Wasser, Wald, alpiner Raum);
  • Vielfalt der Arten (Tiere, Pflanzen, Pilze, Mikrorganismen);
  • Vielfalt der Gene (Rassen und Sorten wildlebender und genutzter Arten).


Der Mensch macht sich alle diese Ebenen zunutze. Einige Beispiele: Ein Drittel unserer Nahrungsmittel stammt von Pflanzen, die von wild lebenden Tieren bestäubt werden. Natürliche Lebensgemeinschaften tragen zu sauberem Trinkwasser bei. Neun der zehn meistverkauften Medikamente basieren auf pflanzlichen Rohstoffen. Bei der Zucht von Nutztieren und Nutzpflanzen wird häufig auf den Genpool wildlebender Arten zurückgegriffen.

Die Schweiz engagiert sich seit Jahren, die Biodiversität zu erhalten. Ihr Schutz wird sowohl von der Bundesverfassung als auch in internationalen Verträgen vorgeschrieben. Inventare über Biotope, die Roten Listen bedrohter Arten, das Monitoring der Biodiversität oder der ökologische Ausgleich in der Landwirtschaft gehören unter anderem zu den Instrumenten, die in den vergangenen Jahren in der Schweiz entwickelt wurden.

Zahlen und Fakten zeigen, dass der Verlust der Biodiversität in der Schweiz und im Ausland langsam aber sicher voranschleicht. Der Grund: Fläche, Qualität und Vernetzung der meisten natürlichen Lebensräume nehmen ab. Weil ihre Lebensräume zerstört werden, sterben einzelne Arten lokal aus. Das geschieht kleinräumig, oft unsichtbar und zeitlich verzögert.

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Der Erhalt und die Förderung der Biodiversität ist eine Aufgabe von allen. Das Parlament hat deshalb im September 2008 die Erarbeitung einer Strategie zur Biodiversität in das Legislaturprogramm 2007-2011 aufgenommen. Seit Anfang Jahr arbeitet das Bundesamt für Umwelt zusammen mit interessierten Kreisen an dieser Strategie. Bis im Sommer wird der Bundesrat die Leitplanken dafür festlegen.
Wir als Bürgerinnen und Bürger sollten uns der Vielfalt der Pflanzen, Tiere und Lebensräume, des Reichtums unserer Umwelt bewusst sein. Das können wir – wenn wir all unsere Sinne schärfen – beim Essen tun, wenn wir dem Gesang der Vögel lauschen oder den Duft von Blumen riechen.

Wer die Vielfalt des Lebens zu schätzen weiss, wird sie auch schützen. Moritz Leuenberger