«Wo die Schwalbe brütet am Haus, ist das Glück zu Haus», besagt ein altes Sprichwort. Heute ist die Mehlschwalbe vor allem ein Sinnbild für eine intakte Dorfidylle – denn sie brütet besonders gerne an alten Bauernhäusern. Jedes Nest besteht aus 700 bis 1500 Lehmkügelchen, welche die Schwalbe mit ihrem Speichel einzeln zu einem Nest verklebt. Meist brüten die Mehlschwalben zweimal und ziehen drei bis fünf Junge pro Brut auf.

Doch das Brüten am Haus fällt der zweithäufigsten Schwalbenart immer schwerer, wie der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz schreibt. Erstens findet sie kaum mehr offene, feuchte Bodenstellen, wo sie Lehm suchen kann. Zweitens sind moderne Glasfassaden und Verputze zu glatt, als dass die Lehmnester daran haften blieben. Und drittens fehlen vielerorts die Insekten, die bevorzugte Nahrung der Schwalben. Ein einziges Mehlschwalbenpaar erbeutet bei der Aufzucht von vier Jungvögeln rund 150'000 Insekten, hat der Schweizer Vogelschutz berechnet.

Wer den Vogel des Jahres fördern möchte, setzt sich daher am besten für mehr Natur im Siedlungsraum ein. Besonders wertvolle Elemente sind einheimische Sträucher, Blumenwiesen und offene Bodenstellen. Weiter können Hausbesitzer künstliche Nester anbringen. Ein unter den Nestern angebrachtes Kotbrett verhindert eine Verschmutzung der Fassade.

Zurzeit weilt die Mehlschwalbe noch in ihrem Winterquartier in Afrika. Ihr Ruf, ein leises, schwatzendes Zwitschern, ist erst wieder ab Mitte bis Ende April bei uns zu hören.


Beim SVS kann ein Poster im Format A3 (CHF 1.-) bezogen werden. Adresse: Schweizer Vogelschutz SVS, Postfach, 8036 Zürich, E-Mail: svs@birdlife.ch

Weitere Informationen zum Vogel des Jahres 2010 finden Sie unter www.birdlife.ch/mehlschwalbe