Mit seiner roten Brust und dem schwarz-weissen Kopf gehört der Gartenrotschwanz zu den farbenprächtigsten Vögeln der Schweiz. Allerdings ist es heute nicht mehr selbstverständlich, die attraktive Art beobachten zu können. Am ehesten wird man in naturnahen, alten Parks und Gärten oder in Hochstammobstgärten fündig. «Am besten gefällt es den Gartenrotschwänzen in den Gärten von La Chaux-de-Fonds», erklärt Michael Schaad vom Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz. «Aber auch im Baselbiet, im Wallis und im Tessin kann man die schönen Vögel noch singen hören.»

Bis in die fünfziger Jahre war der Gartenrotschwanz häufiger als sein Vetter, der viel bekanntere Hausrotschwanz. Nun aber steht er in der Schweiz auf der Roten Liste der gefährdeten Arten, wie der SVS in einer Medienmitteilung schreibt. Nur noch etwa 10’000 bis 15'000 Paare wurden im Jahr 1996 gezählt – heute dürften es nochmals deutlich weniger sein. «Der Gartenrotschwanz findet im intensiv bewirtschafteten Kulturland und in den meisten Gärten nicht mehr genügend Insekten und Spinnen», sagt Michael Schaad. «Wichtig wären ungepflegte Ecken, aber auch kahle, unbewachsene Stellen und ungedüngte Wiesenflächen.» Da der Gartenrotschwanz kein Nest baut, sei er zudem auf Baumhöhlen, Gebäudenischen oder Nistkästen angewiesen.

Dürre in der Sahelzone

Allerdings müssen die Gründe für den Bestandeseinbruch laut dem SVS teilweise auch in Afrika gesucht werden. Der Gartenrotschwanz zieht im Herbst in die 6000 Kilometer entfernte Sahelzone, um dort zu überwintern. Normalerweise ist dann Regenzeit, und es herrscht kein Mangel an Nahrung. Doch immer häufiger bleibt der Regen aus – und damit auch die Fülle an Insekten, welche den Gartenrotschwänzen das Überleben sichert. Eine besonders extreme Dürreperiode fand in den Jahren 1968 bis 1974 statt; von dieser hat sich der Gartenrotschwanz bis heute nicht ganz erholt.
Inzwischen gibt es jedoch Anlass zur Hoffnung: Seit 2002 haben sich die Bestände in einigen Gebieten der Schweiz stabilisiert, wenn auch auf tiefem Niveau. Trotzdem seien Fördermassnahmen dringend notwendig, schreibt der SVS.
Wer dem Vogel des Jahres 2009 helfen will, kann häufiger Obstsaft und andere Produkte aus Hochstammobstgärten kaufen, wie Michael Schaad rät, man erkenne die Produkte unter anderem am Label «Hochstamm Suisse». So helfe man mit, den Lebensraum des Gartenrotschwanzes zu schützen.